Studie: Haushalte zahlen deutlich zu viel für ihren Strom

12. März 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Preisdifferenzen im deutschen Strommarkt

() – Treue Kunden werden im deutschen Strommarkt offenbar systematisch benachteiligt. Das ergab eine Studie der RWTH Aachen im Auftrag des Energieunternehmens Octopus Energy, über die der Sender ntv berichtet.

Demnach locken Energieversorger Haushalte mit günstigen Einstiegstarifen als neue Kunden, ehe sie den Preis im zweiten Vertragsjahr um durchschnittlich 47 Prozent oder 13 Cent pro Kilowattstunde anheben. Allein 2025 zahlten loyale Verbraucher in dadurch rund 11 Milliarden Euro zu viel. Octopus Energy spricht von einer „Treuestrafe“.

Den Angaben zufolge wurde die Preisdifferenz von Neukundenangeboten und Bestandstarifen in der Untersuchung erstmals konkret beziffert. Als Datengrundlage dienten der RWTH Aachen Tausende Preisanpassungsschreiben privater Stromkunden. Die Auswertung der Hochschule ergibt: Bis zu 30 Millionen Haushalte – knapp drei Viertel aller Haushalte in Deutschland – waren 2025 von höheren Bestandskundenpreisen betroffen und haben somit zu viel für ihren Strom bezahlt.

Octopus Energy wirft anderen Energieversorgern eine systematische Politik des „Anlockens und Abzockens“ vor: „Die Studie zeigt, dass sich Neukundenpreise eng an den Preisentwicklungen am Energiemarkt orientieren“, so das Unternehmen. „Die Preise von Bestandskunden steigen fast unabhängig davon.“ Als Begründung für die Preisanpassungen wird demnach oftmals pauschal auf „Beschaffung und Vertrieb“ verwiesen.

Seit der Energiekrise ist die Kluft zwischen den Tarifen demzufolge nicht geschrumpft, sondern gewachsen. So lag die durchschnittliche Ersparnis für einen Haushalt laut der Studie bei einem Anbieterwechsel von 2018 bis 2021 bei 121 bis 241 Euro. Inzwischen wird der Kostenvorteil durch einen Neukundenvertrag auf bis zu 492 Euro im Jahr beziffert.

Siehe auch:  US-Börsen lassen nach - Goldpreis bricht ein
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Stromzähler (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Treue Kunden im deutschen Strommarkt zahlen im zweiten Vertragsjahr durchschnittlich 47% mehr.
  • 2025 zahlten loyale Verbraucher etwa 11 Milliarden Euro zu viel.
  • Bis zu 30 Millionen Haushalte waren 2025 von höheren Bestandskundenpreisen betroffen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Treue Kunden im deutschen Strommarkt
  • 30 Millionen Haushalte betroffen, 47% Preiserhöhung im zweiten Vertragsjahr
  • 11 Milliarden Euro zu viel gezahlt von loyalen Verbrauchern in 2025

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Treue Kunden werden systematisch benachteiligt im deutschen Strommarkt
  • Energieversorger bieten günstige Einstiegstarife, erhöhen Preise im zweiten Vertragsjahr um 47 Prozent
  • Bis zu 30 Millionen Haushalte zahlen 2025 zu viel aufgrund höherer Bestandskundenpreise

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Analyse der Preisdifferenzen zwischen Neukunden und Bestandskunden im Strommarkt.
  • Erarbeitung von Maßnahmen zur Bekämpfung der "Treuestrafe" für langjährige Kunden.
  • Offenlegung der bestehenden Preispolitik durch die Behörde und Anregungen für fairere Tarife.

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




4,4/5 (12 Bewertungen)
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH