Münchens designierter OB für "undogmatische" Atomkraft-Diskussion
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Energiepolitik in München: Atomkraft und Alternativen
München () – Der designierte Münchener Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat sich für eine „undogmatische“ Auseinandersetzung mit dem Thema Atomkraft ausgesprochen.
Der studierte Physiker verweist dabei auch auf seinen pragmatischen Umgang mit der Laufzeitverlängerung für den inzwischen abgeschalteten Großmeiler Isar 2. An eine größere Rolle von Mini-AKWs, wie sie jüngst von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ins Spiel gebracht wurde, glaubt Krause aber trotzdem nicht.
Dem Nachrichtensender „Welt“ sagte Krause: „Erstens finde ich wichtig, dass man über Dinge undogmatisch sprechen kann. Wir haben hier in München eine Diskussion gehabt, als wir gerade die Energiekrise hatten, wegen der zu hohen Abhängigkeit von russischem Gas. Wir Grüne haben uns auch dafür ausgesprochen. Auch ich war da sehr explizit daran beteiligt, dass wir Isar 2 ein paar Monate länger laufen lassen, weil wir eben in dieser Zeit der wirklichen Energieknappheit uns nicht leisten konnten, auf Isar 2 zu verzichten.“
Am Forschungsreaktor der Technischen Universität München in Garching wird an Kernfusion und Mini-AKWs geforscht.
Doch auch bei undogmatischer Betrachtung sieht Krause – anders als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) – keine größere Rolle von Mini-AKWs bei der Stromerzeugung: „Man muss sich auch ehrlich machen, was verschiedene Energieerzeugungsarten angeht, was die realen Preise dafür sind. Und wenn ich mir da momentan anschaue, wie die realen Preise für Atomkraft sind und wie realistisch es ist, solche Mini-Atomkraftwerke auf den Weg zu bringen, dann muss ich auch als Physiker sagen, habe ich da schon das ein oder andere Fragezeichen hinter dem, was in der politischen Landschaft so gepredigt wird oder so an Äußerungen kommt. Ich sehe nicht, dass Mini-AKWs eine Lösung in der nahen Zukunft sein werden, um unsere Energieversorgung unabhängig von den Autokraten in dieser Welt zu machen.“
Für München gelte es stattdessen, die Photovoltaik auszubauen und auf Tiefengeothermie zu setzen.
„Wir haben einen Schatz von erneuerbarer Wärme unter unserer Erdoberfläche“, so Krause.
„Es ist lukrativ, diese Wärme zu fördern. Und genau diesen Plan wollen wir in den nächsten sechs Jahren auch in die Realität umsetzen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Atomkraftwerk (Archiv) |
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