Industrie stellt weniger ein
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland 2023
Berlin () – In Deutschland ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Industrie zwei Jahre in Folge deutlich gesunken.
Wie aus einer Auswertung des Personalmarktforschers Index hervorgeht, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, suchten Industrieunternehmen im vergangenen Jahr sieben Prozent weniger Jobs per Anzeige als im Vorjahr – nach einem Rückgang von elf Prozent im Jahr zuvor. Insgesamt wurden 2025 rund 1,13 Millionen Stellen inseriert, nach 1,21 Millionen im Jahr 2024.
Gleichzeitig entwickelt sich der Arbeitsmarkt in anderen Bereichen gegenläufig: Im Gesundheits- und Sozialwesen stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen um vier Prozent. Die Daten basieren auf einer Analyse von 197 Printmedien, 321 Onlinebörsen, dem Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie rund 969.000 Firmenwebsites.
Die Entwicklung ist ein Frühindikator für den Arbeitsmarkt: Wer heute keine Stellen mehr ausschreibt, stellt morgen nicht mehr ein und baut übermorgen ab. „Der Arbeitsmarkt sieht besser aus, als er eigentlich ist“, sagte dazu Oliver Stettes, Arbeitsmarktexperte am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. „Die Krise findet weitgehend im Verborgenen statt, und man sieht sie vor allem am sehr zurückhaltenden Einstellungsverhalten der Unternehmen.“ Die Gesamtbeschäftigung auf Rekordniveau täusche darüber hinweg, dass sich die Struktur verschiebe – hin zu staatsnahen Dienstleistungen und weg von industrieller Wertschöpfung.
Für die Volkswirtschaft habe diese Entwicklung weitreichende Folgen. „Neue Stellen in Pflege oder Erziehung haben einen hohen gesellschaftlichen Wert“, sagte Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). „Aber wenn wir Industriebeschäftigte und Investitionen verlieren, wird das zu einer durchgreifenden Deindustrialisierung führen.“
Entsprechend wächst der Druck aus der Wirtschaft: „Es braucht spürbare Reformen beim Sozialstaat, beim Bürokratieabbau und den Energiekosten – sonst wird sich der Arbeitsplatzabbau fortsetzen“, sagte Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Schweißer bei der Arbeit (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Industrie sank um sieben Prozent im Jahr 2025.
- Im Gesundheits- und Sozialwesen stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen um vier Prozent.
- Wirtschaft fordert Reformen beim Sozialstaat, Bürokratieabbau und Energiekosten zur Verhinderung von Arbeitsplatzabbau.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene Branchen: Industrie, Gesundheits- und Sozialwesen
- Rückgang der ausgeschriebenen Stellen in der Industrie: 7% im Jahr 2025, 11% im Jahr 2024
- Gesamtzahl der Inserate in der Industrie: 1,13 Millionen in 2025, 1,21 Millionen in 2024
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Rückgang der ausgeschriebenen Stellen in der Industrie um 7% im letzten Jahr, nach 11% im Jahr zuvor
- Verschiebung hin zu staatsnahen Dienstleistungen und weg von industrieller Wertschöpfung
- Druck auf Reformen beim Sozialstaat und Bürokratieabbau, um Arbeitsplatzabbau zu stoppen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Druck auf spürbare Reformen im Sozialstaat
- Bürokratieabbau vorantreiben
- Energiekosten senken
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