Neues Altersvorsorgedepot: Gebühren senken potenzielle Erträge
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Auswirkungen staatlicher Altersvorsorge in Berlin
Berlin () – Für neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepots soll künftig ein Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr gelten. Wird dieser voll ausgeschöpft, können Sparer mit Förderung schlechter abschneiden als mit einem kostenfreien Depot ganz ohne staatliche Zuschüsse, wie Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.
Ein heute 25-jähriger Sparer könnte demnach bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren rund 496.000 Euro ansparen, wenn er oder sie monatlich 150 Euro in einen ETF-Sparplan mit durchschnittlich 7,5 Prozent Rendite investiert. Voraussetzung ist, dass für den Sparplan ein Wertpapierdepot ohne jährliche Gebühren verwendet wird, bei dem auch die monatlichen Sparplanausführungen kostenfrei sind. Bei einer Anlage im neuen geförderten Altersvorsorgedepot könnten die monatlichen Sparbeträge durch die staatlichen Zuschüsse noch 45 Euro höher ausfallen. Ohne Berücksichtigung jedweder Kosten beliefe sich der Depotwert bei Rentenbeginn in diesem Fall auf rund 645.000 Euro. Durch die staatlichen Zuschüsse hätten Anleger 149.000 Euro mehr als beim Sparen ohne Förderung.
Ein heute 45-Jähriger käme ohne Förderung auf etwa 98.000 Euro bis zur Rente. Dank der staatlichen Zuschüsse könnte zu Beginn des Ruhestands laut Berechnung mit 67 Jahren ein Vermögen von 127.000 Euro zu Buche stehen.
Als Teil der neuen Förderung hat der Gesetzgeber einen Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr vorgesehen. Laut Verivox kann dieser die Vermögensbildung erheblich schmälern. So würde ein 45-Jähriger bei einer Kostenquote von einem Prozent bis zur Rente etwa 111.000 Euro ansparen. Das sind laut Berechnung zwar über 13.000 Euro mehr als beim ungeförderten Sparen mit einem kostenfreien Depot, aber insgesamt wären in den 22 Jahren bis zum Ruhestand in diesem Szenario Gesamtkosten von rund 16.000 Euro abgeflossen.
Besonders stark wirken sich laut Analyse die Kosten bei langen Laufzeiten aus. Ein 25-Jähriger würde in den verbleibenden 42 Jahren bis zur Rente bei einem Prozent jährlichen Gebühren rund 480.000 Euro ansparen – und damit etwa 16.000 Euro weniger als beim ungeförderten Sparen mit einem kostenfreien Depot.
„Bei der Auswahl ihres Altersvorsorgedepots sollten Verbraucher die Kosten sehr genau im Blick haben. Es ist wichtig, ein Produkt zu wählen, das den gesetzlichen Deckel nicht voll ausreizt“, sagte Oliver Maier von Verivox. „Kosten in Höhe von einem Prozent klingen zwar überschaubar. Doch über die Jahre und Jahrzehnte fließt bei dieser Kostenquote so viel Vermögen ab, dass es die gesamte staatliche Förderung mehr als aufzehren kann.“
Für die Analyse unterstellt Verivox eine konstante jährliche Rendite von 7,5 Prozent, orientiert an der historischen Entwicklung des MSCI World abzüglich marktüblicher ETF-Gebühren. Steuern wurden nicht berücksichtigt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr für staatlich geförderte Altersvorsorgedepots.
- Ein 25-Jähriger könnte ohne Gebühren bis zu 496.000 Euro ansparen; mit Förderung bis zu 645.000 Euro.
- Ein 45-Jähriger könnte ohne Förderung etwa 98.000 Euro ansparen; mit staatlichen Zuschüssen bis zu 127.000 Euro.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Sparer im Alter von 25 Jahren, gesamtes Vermögen bis zur Rente: 645.000 Euro; bei Depot mit 1% Kosten: 480.000 Euro
- Sparer im Alter von 45 Jahren, Vermögen ohne Förderung: 98.000 Euro; mit Förderung: 127.000 Euro; Kosten bis zur Rente: 16.000 Euro
- Gesetzlicher Kostendeckel von 1% pro Jahr, Ergebnis: Vermögensbildung deutlich geringer über lange Laufzeiten
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Einführung eines Kostendeckels von einem Prozent pro Jahr für geförderte Altersvorsorgedepots
- Kostenbelastung kann die Vermögensbildung erheblich schmälern, insbesondere bei langen Laufzeiten
- Staatliche Zuschüsse können unter Umständen nicht ausreichen, um die höheren Kosten zu kompensieren
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Einführung eines Kostendeckels von einem Prozent pro Jahr für staatlich geförderte Altersvorsorgedepots
- Warnung vor negativen Auswirkungen der Kosten auf die Vermögensbildung
- Anregung an Verbraucher, die Kosten bei der Auswahl ihres Altersvorsorgedepots genau zu beachten
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