Niedrigster Pflege-Eigenanteil fast so hoch wie Durchschnittsrente

12. April 2026
Niedrigster Pflege-Eigenanteil fast so hoch wie Durchschnittsrente

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Pflegekosten und Rentenzahlungen in Deutschland

() – Der minimale Eigenanteil, den Bewohner von Pflegeheimen mindestens bezahlen müssen – der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) – ist nur unwesentlich geringer als der durchschnittliche Rentenzahlbetrag, also der Anteil der Rente, der tatsächlich bei den Rentnern ankommt.

Das ergibt sich aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion, über die das „Redaktionsnetzwerk “ berichtet. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil lag demnach im Jahr 2024 bei 920 Euro, im selben Jahr betrug der Rentenzahlbetrag 1.154 Euro.

Zuletzt ist der EEE der Antwort zufolge noch weiter gestiegen, nämlich auf 1.028 Euro im Jahr 2025 und 1.104 Euro im Jahr 2026. Tatsächlich liegt der Eigenanteil für einen Pflegeheimplatz, den Pflegebedürftige selbst aufbringen müssen, deutlich höher, es waren zuletzt durchschnittlich 3.245 Euro monatlich.

Allerdings heißt es vom Gesundheitsministerium in seiner Antwort: „Aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung kann grundsätzlich nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden, da unter anderem weitere Alterseinkommen und der Haushaltskontext nicht berücksichtigt sind. Gerade bei geringen Renten bestehen oft auch Ansprüche in anderen Sicherungssystemen, über die in der Statistik der Deutschen Rentenversicherung keine Informationen vorliegen.“

Die Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Pflege und psychische Gesundheit, Evelyn Schötz, sagte dem RND: „Pflegebedürftigkeit frisst die Rente auf – und räumt in kürzester Zeit jedes Sparbuch . Menschen werden unverschuldet in die Armut gedrängt.“ Doch statt das Problem entschlossen anzugehen, wende die Regierung „Taschenspielertricks“ an und rechne die Zahlen schön.

Siehe auch:  Sechs Verletzte bei Unfall auf der L 2218 zwischen Veinau und Cröffelbach

Sie fuhr fort: „Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Die Eigenanteile müssen runter, indem die Kosten für die Pflege in einer Pflegevollversicherung komplett übernommen werden. Das ist finanzierbar, indem der Beitragsdeckel für die Reichen aufgehoben wird, Mieten und Renditen herangezogen werden und alle einzahlen – auch Bundestagsabgeordnete und Beamte.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Seniorin mit Helferin (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) 2024: 920 Euro, 2025: 1.028 Euro, 2026: 1.104 Euro
  • Durchschnittlicher Pflegeheimplatz-Eigenanteil liegt bei 3.245 Euro monatlich
  • Forderung nach Senkung der Eigenanteile durch komplette Übernahme der Pflegekosten in einer Pflegevollversicherung

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Pflegebedürftige in Pflegeheimen
  • Eigenanteil liegt 2024 bei 920 Euro, 2025 bei 1.028 Euro, 2026 bei 1.104 Euro
  • durchschnittliche Kosten für Pflegeheimplatz bei 3.245 Euro monatlich

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anstieg des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (EEE) in den kommenden Jahren
  • Hohe monatliche Eigenanteile für Pflegeheimplätze im Vergleich zur durchschnittlichen Rente
  • Finanzielle Entlastung durch umfassendere Pflegevollversicherung und höhere Beiträge für Wohlhabende vorgeschlagen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Anstieg des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils auf 1.028 Euro (2025) und 1.104 Euro (2026) angekündigt.
  • Bundesregierung soll laut Linksfraktion die Eigenanteile senken und Pflegekosten in einer Pflegevollversicherung vollständig übernehmen.
  • Vorschläge zur Finanzierung: Aufhebung des Beitragsdeckels für Reiche, Einbeziehung von Mieten und Renditen sowie Beitragszahlung von Bundestagsabgeordneten und Beamten.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)