Ifo: Iran-Krieg erhöht Unsicherheit deutscher Unternehmen
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland steigt
München () – Die Unsicherheit unter den Unternehmen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Im März fiel es 78,6 Prozent der Firmen schwer oder eher schwer, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen, wie aus der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage hervorgeht. Im Februar waren es noch 75,4 Prozent.
Damit erreicht der Indikator für wirtschaftliche Unsicherheit den höchsten Wert seit Februar 2024. „Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft spürbar erhöht“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Für viele Unternehmen sind die Folgen für das eigene Geschäft derzeit schwer kalkulierbar.“
Besonders ausgeprägt ist die Unsicherheit in der Industrie. Dort liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen bei 87,7 Prozent. Seit Oktober 2021 liegt dieser Wert durchgehend über 80 Prozent und spiegelt auch die anhaltenden strukturellen Herausforderungen der Branche wider. In energieintensiven Industrien ist die Unsicherheit besonders hoch: In der Chemiebranche liegt sie bei rund 95 Prozent, bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bei 93,9 Prozent.
Im Dienstleistungssektor nahm die Unsicherheit deutlich zu. Der Anteil stieg von 66,6 Prozent auf 72,0 Prozent. Besonders stark waren Transport und Logistik betroffen. Hier meldeten 88,1 Prozent der Unternehmen Planungsschwierigkeiten, nach 82,7 Prozent im Februar. Im Handel verharrt die Unsicherheit auf einem hohen Niveau (84,4 Prozent nach 84,1 Prozent). Im Baugewerbe liegt sie bei 73,4 Prozent, nach 71,9 Prozent im Vormonat. „Die Unternehmen sehen sich derzeit einer Vielzahl von Risiken gegenüber – von steigenden Energiepreisen bis hin zu möglichen Störungen in den Lieferketten“, sagte Wohlrabe. „Je länger die Unsicherheit anhält, desto mehr geraten Investitionen und Wachstum unter Druck.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tanklager (Archiv) |
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- 78,6 Prozent der Firmen in Deutschland haben Schwierigkeiten, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen.
- Unsicherheit in der Industrie beträgt 87,7 Prozent, in der Chemiebranche sogar rund 95 Prozent.
- Im Dienstleistungssektor stieg der Unsicherheitsanteil von 66,6 Prozent auf 72,0 Prozent.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind 78,6% der Unternehmen in Deutschland (März)
- Besonders stark betroffen sind 87,7% der Industriefirmen; in der Chemiebranche 95% und im Gummi- und Kunststoffbereich 93,9%
- Unsicherheit im Dienstleistungssektor bei 72% (Transport und Logistik 88,1%)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Krieg im Iran erhöht wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland
- Hohe Unsicherheit insbesondere in der Industrie und energieintensiven Branchen
- Unternehmen sehen zahlreiche Risiken, darunter steigende Energiepreise und potenzielle Lieferkettenstörungen
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