Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein melden besorgniserregende Belastungslage
Regional - Schleswig-Holstein - aktuelle Fakten und Einordnung
Justizstatistik Schleswig-Holstein 2022
Schleswig () – Die Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr rund 300.800 neue Verfahren registriert. Das teilte der Generalstaatsanwalt des Landes Schleswig-Holstein am Donnerstag in Schleswig mit.
Die Zahl bewegt sich damit auf dem hohen Niveau der vergangenen vier Jahre. Allerdings sei bei der Bewertung zu berücksichtigen, dass aufgrund der Einführung der elektronischen Akte in Strafsachen schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Verfahren noch nicht erfasst worden seien.
Die Arbeitsbelastung habe durch die hohen Fallzahlen und den Umstellungsprozess auf die digitale Akte erheblich zugenommen.
Hinzu kämen die Herausforderungen der Open-Source-Strategie des Landes. Der Generalstaatsanwalt bezeichnete die Gesamtsituation als eine an ihre Grenzen führende Herkules-Aufgabe für alle Dienstzweige.
Trotz der Belastung seien die Ermittlungen in Haftsachen stets mit der nötigen Beschleunigung geführt worden, es habe keine Fälle gegeben, in denen Täter wegen Verzögerungen aus der Untersuchungshaft entlassen werden mussten.
Die Zahl der Verfahren wegen antisemitisch motivierter Straftaten bewegt sich mit 179 neu eingeleiteten Verfahren auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Der Generalstaatsanwalt betonte die Notwendigkeit, das Vertrauen von Zeugen und Opfern durch konsequente Strafverfolgung zu stärken.
Im Bereich der Cyberkriminalität stagnieren die Fallzahlen bei 13.160 Verfahren. Ein Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Cybertrading-Fraud, bei dem zunehmend Künstliche Intelligenz eingesetzt wird.
Die Koordinierungs- und Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität sicherte im vergangenen Jahr Vermögenswerte von rund 6,1 Millionen Euro vorläufig.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Justicia (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Im Jahr 2022 wurden in Schleswig-Holstein rund 300.800 neue Verfahren registriert.
- Schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Verfahren sind aufgrund der Einführung der elektronischen Akte noch nicht erfasst.
- Die Koordinierungs- und Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität sicherte Vermögenswerte von rund 6,1 Millionen Euro vorläufig.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene: Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein
- starke Belastung: rund 300.800 neue Verfahren, zusätzlich 30.000 bis 40.000 nicht erfasst
- Zielgruppe: Ermittlungen in Haftsachen, 179 Verfahren wegen antisemitisch motivierter Straftaten, 13.160 Cyberkriminalitätsverfahren
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- Hohe Fallzahlen und Umstellung auf digitale Akte erhöhen Arbeitsbelastung
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- Stabil hohe Zahl antisemitisch motivierter Straftaten und stagnierende Cyberkriminalität
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Einführung der elektronischen Akte in Strafsachen
- Stärkung der Strafverfolgung bei antisemitisch motivierten Straftaten
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