Hausärzte warnen vor Scheitern des Primärversorgungssystems
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesundheitspolitik in Berlin: Hausärzte in Sorge
Berlin () – Die Hausärzte in Deutschland sehen das geplante Primärversorgungssystem wegen der Sparpläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in Gefahr.
„Wenn die Ministerin ihr GKV-Spargesetz in dieser Form durchboxt und bei den Hausarztpraxen massiv spart, dann wird das Primärversorgungssystem nicht zu schaffen sein“, sagte der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Die Ministerin torpediert ihre eigene Reformagenda. Das ist absolut fahrlässig.“ Die Pläne der Ministerin seien „vollkommen planlos“.
Auf der einen Seite sage sie, dass die Hausärzte „in Zukunft noch mehr Aufgaben übernehmen sollen, auf der anderen Seite wird genau an dieser Stelle massiv der Rotstift angesetzt“, so Blumenthal-Beier. Das Spargesetz sei „nichts anderes als ein Zerstörungsprogramm für die Hausarztpraxen“.
Für Patienten würden die Pläne bedeuten, „dass die hausärztliche Versorgung spürbar schlechter wird“, erklärte Blumenthal-Beier. „Die Bundesregierung hat noch Zeit, hier nachzusteuern. Wir fordern die gesamte Regierungskoalition auf, diesen Fehler zu korrigieren, bevor es zu spät ist.“
Warken will ein sogenanntes Primärarztsystem einführen. Der Hausarzt soll demnach künftig die erste Anlaufstation sein, ein Facharzt könnte erst danach aufgesucht werden. Ein erster Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.
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