SPD will Syrern Heimatbesuche erlauben

28. April 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Erkundungsreisen für syrische Flüchtlinge in Deutschland

() – Mehrere Parteien im Bundestag fordern, syrischen Flüchtlingen Erkundungsreisen in ihre Heimat zu erlauben.

„So können sich die Menschen vor Ort selbst ein Bild davon machen, ob sich für sie eine dauerhafte Rückkehrmöglichkeit eröffnet“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD, Sebastian Fiedler, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Das würde sicherlich auch bei allen Fragen rund um das Engagement der Menschen beim Wiederaufbau Syriens helfen.“

Auch Filiz Polat, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, sprach sich für Heimatbesuche auf Probe aus. „Die Bundesregierung sollte diese Reisen ermöglichen – unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltstitel – und gewährleisten, dass den Betroffenen daraus keine Nachteile entstehen“, sagte Polat der FAZ.

Die Linke stimmte dem zu. „Ich habe schon kurz nach dem Sturz von Assad gefordert, dass `Go-and-see-Besuche` für Syrerinnen und Syrer mit Schutzstatus ermöglicht werden müssen“, sagte Clara Bünger, Sprecherin der Linken-Fraktion für Fluchtpolitik. „Die Bundesregierung weigert sich aber, solche Reisen zu erlauben, während Merz gleichzeitig die rassistische Forderung ausgegeben hat, dass 80 Prozent der Geflüchteten aus zurückkehren müssten.“

Flüchtlinge, die in ihren Herkunftsstaat reisen, riskieren, ihren Schutztitel in zu verlieren. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge teilte auf Anfrage mit, im Jahr 2025 seien 2.593 Widerrufsprüfverfahren für das Herkunftsland Syrien aufgrund von temporären Heimreisen angelegt worden, im ersten Quartal dieses Jahres 708. Bei wie vielen Syrern aufgrund von Heimatbesuchen die Schutzgewährung dann tatsächlich aufgehoben wurde, wurde statistisch nicht erfasst.

Siehe auch:  DB-Regio-Betriebsrat will Zusammenlegung von Verkehrsverbünden

Anders als ihr Koalitionspartner SPD sieht die Union Erkundungsreisen kritisch. „Wer so weit ist, dass er über die bestehenden Möglichkeiten der modernen Kommunikation hinaus hin- und herreist, der befindet sich offensichtlich nicht in einer Verfolgungssituation. Das Entfallen des Schutzstatus ist dann die logische Konsequenz“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Alexander Throm. Ähnlich argumentierte der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Syrer in Deutschland feiern den Sturz von Assad in Syrien (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Mehrere Parteien im Bundestag fordern Erkundungsreisen für syrische Flüchtlinge in ihre Heimat.
  • SPD und Grüne unterstützen diese Reisen, um Rückkehrmöglichkeiten zu prüfen.
  • Union und AfD lehnen Erkundungsreisen ab und fürchten um den Schutzstatus der Flüchtlinge.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Syrische Flüchtlinge, die Erkundungsreisen in ihre Heimat unternehmen möchten
  • Risiko des Verlusts des Schutztitels in Deutschland; 2.593 Widerrufsprüfungsverfahren für Syrien im Jahr 2025
  • Politische Diskussionen zwischen SPD, Grünen, Linken und Union über die Erlaubnis solcher Reisen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach Erkundungsreisen für syrische Flüchtlinge von mehreren Parteien
  • Ziel: Rückkehrmöglichkeiten prüfen und Engagement beim Wiederaufbau Syriens fördern
  • Bedenken wegen Verlust des Schutzstatus bei Reisen in Heimatländer

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Mehrere Parteien fordern Erlaubnis für Erkundungsreisen syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat.
  • Bundesregierung soll gewährleisten, dass Betroffene aus solchen Reisen keine Nachteile entstehen.
  • Kritik von Union und AfD an den Erkundungsreisen, da diese als Hinweis auf keine Verfolgung interpretiert werden könnten.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH