Autoindustrie empört über Reiche-Aussagen zu Nexperia-Krise

7. November 2025

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Streit um Lieferketten in Berlin

() – Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat empört auf Aussagen der Bundesregierung reagiert, wonach die Unternehmen ihre Lieferketten nicht resilient genug aufgestellt hätten.

„Die wiederholte Behauptung, vor allem die Automobilindustrie hätte weder durch Lagerhaltung noch durch `Second Sourcing` Vorsorge getroffen, weisen wir mit aller Deutlichkeit zurück“, sagte Verbandschefin Hildegard Müller dem Nachrichtenmagazin „Politico“.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte in der vergangenen Woche gesagt, sie habe „wenig Verständnis dafür, wenn Unternehmen nach Corona-Pandemie und Energiekrise immer noch auf Single Sourcing setzen“. Mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit dürfe es nicht sein, dass Firmen jetzt von den Exportbeschränkungen Chinas bei Seltenen Erden und der Knappheit von Chips völlig überrascht würden.

Die Autoindustrie habe sich vorbereitet, betonte hingegen Müller. Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren ihre Lieferketten resilienter aufgestellt. Lagerbestände seien aber begrenzt. In der Halbleiter-Krise sei „eine kurzfristige Lösung nur auf politischer Ebene zu finden – dort, wo der Konflikt entstanden ist“.

Reiche hingegen sieht die Industrie in der Pflicht, „ihre Lieferketten robust aufzustellen“. Das schreibt das Ministerium in einem Bericht an den Wirtschaftsausschuss. Zudem will das Bundeswirtschaftsministerium ein „Lieferkettenmonitoring zur Schaffung von Transparenz und Risikobewusstsein“ etablieren, um die Halbleiterkrise zu beobachten, zitiert „Politico“ aus dem Bericht. Bisher gebe es dafür aber noch keine Haushaltsmittel.

Siehe auch:  Grüne kritisieren Annäherung von Familienunternehmer-Verband an AfD
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Katherina Reiche am 06.11.2025

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • VDA wehrt sich gegen Kritik der Bundesregierung zur Resilienz der Lieferketten in der Automobilindustrie.
  • Bundeswirtschaftsministerium plant ein "Lieferkettenmonitoring" zur Beobachtung der Halbleiterkrise.
  • Bisher sind keine Haushaltsmittel für das Monitoring vorhanden.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Automobilindustrie betroffen, insbesondere Unternehmen, die auf Single Sourcing setzen
  • Katherina Reiche erwähnt Fristen aufgrund von Exportbeschränkungen Chinas und Halbleiter-Krise
  • VDA weist Kritik der Bundesregierung zurück, betont Resilienz der Lieferketten in der Vergangenheit

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • VDA empört über Aussagen der Bundesregierung zu unzureichenden Lieferketten
  • Kritik von Bundeswirtschaftsministerin nach Pandemie und Energiekrise an Single Sourcing
  • Forderung nach robusteren Lieferketten und Schaffung von Transparenz durch neues Monitoring

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Einführung eines "Lieferkettenmonitorings" zur Schaffung von Transparenz und Risikobewusstsein
  • Forderung an die Industrie, ihre Lieferketten robuster zu gestalten
  • Politische Lösungen angestrebt, um die Halbleiterkrise zu adressieren
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)