Schweitzer drängt Bund zu Finanzierungszusagen
Regional - Rheinland-Pfalz - aktuelle Fakten und Einordnung
Bürokratieabbau und Reformdiskussion in Mainz
Mainz () – Vor der Ministerpräsidentenkonferenz zu Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung drängt deren Vorsitzender, der rheinland-pfälzische Regierungschef Alexander Schweitzer (SPD), auf klare Finanzzusagen des Bundes.
„Wenn Kanzler Merz und seine Bundesregierung es möchten, kann am 4.12. ein mutiges und konkretes Reformpaket verabredet werden“, sagte Schweitzer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. Dazu müssten Staatsmodernisierung, Weiterentwicklung des Sozialstaats und die sogenannte Veranlassungskonnexität zusammengedacht werden, mit der die Kostenübernahme durch den Bund für von ihm an Länder oder Kommunen delegierte Aufgaben festgeschrieben werden soll.
Aus den Kommunen komme zu Recht die Forderung: „Wer bestellt, muss bezahlen. Wer bestellt hat, ohne zu bezahlen, muss dies nachholen.“
Es müssten Wege gefunden werden, „wie die aktuellen Kostenbelastungen bei Kommunen und Ländern bei vom Bund ausgelösten Kosten konkret kompensiert werden“.
Nötig sei dafür ein allgemeingültiger Mechanismus, damit nicht immer wieder neu verhandelt werden müsse. Die Bundesländer gingen mit einer geeinten Position in die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag, so Schweitzer.
Er forderte zudem eine Verbesserung der Kostenschätzung für Gesetzesfolgen.
Dies entspreche dem Wunsch aller 16 Bundesländer. „Die bisherigen Kostenschätzungen des Bundes waren oft deutlich zu niedrig veranschlagt“, sagte Schweitzer.
Dies sei unter anderem beim Bundesteilhabegesetz zu spüren gewesen, mit dem die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen verbessert werden soll. An künftigen Schätzungen sollten Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände beteiligt werden, forderte der SPD-Politiker.
Der Ministerpräsident bezeichnete darüber hinaus Bürokratieabbau als wesentliches Instrument zur Modernisierung des Sozialstaats.
„Ich bin überzeugt, wir müssen nicht an die Leistungen ran, sondern an die Bürokratie dahinter“, sagte er. Der Verwaltungsaufwand habe über die Jahre stark zugenommen.
Es gebe „sehr differenzierte Regelungen, überlappende Zuständigkeiten und eine Vielzahl beteiligter Akteure“. Zuständigkeits- und Kompetenzkonflikte erzeugten wirkungslosen Mehraufwand und begünstigen Missbrauch.
Hilfreich seien mehr pauschale Regelungen, weniger Einzelfallbetrachtungen sowie die Bündelung von Verwaltungsaufgaben, sogenannte One-Stop-Strukturen.
Die Ministerpräsidenten kommen am 4. Dezember in Berlin zu ihrer nächsten Konferenz zusammen. Für den Montag hat Nordrhein-Westfalen zu einer Konferenz zum Bürokratieabbau geladen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Alexander Schweitzer (Archiv) |
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