Israel und Deutschland erwägen gemeinsame Waffenproduktion
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik und Sicherheit: Israel-Deutschland Beziehungen
Berlin () – Der israelische Außenminister Gideon Saar hält eine gemeinsame Waffenproduktion mit Deutschland für denkbar. Das sagte er der „Welt“ während eines Besuchs in Berlin. „Vielleicht kommen wir in einigen Bereichen sogar zu einer gemeinsamen Produktion von Waffen“, erklärte Saar. „Zwischen Freunden sind die Möglichkeiten unbegrenzt.“
Israel hatte zuletzt das Flugabwehrsystem Arrow 3 an Deutschland geliefert, „obwohl wir im Krieg sind und es auch selbst hätten gebrauchen können“, so Saar. „Israel liefert auch, wenn es unter Druck steht.“ Auf die Frage, ob die zeitweise Einstellung deutscher Waffenlieferungen an Israel durch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im vergangenen Jahr noch ein Thema gewesen sei, antwortete Saar, man habe über die Gegenwart und die Zukunft gesprochen. Seit dem Waffenstillstand im Gazastreifen im vergangenen Oktober habe Deutschland seine Entscheidung geändert und liefere nun wieder wie gewohnt. „Aber ja, so etwas sollte unter Freunden nicht passieren“, sagte er.
Saar wollte sich nicht darauf festlegen, wie lange der Waffenstillstand im Krieg Israels und der USA gegen den Iran anhalten könnte. Man sei „auf jede Situation vorbereitet“, so der Außenminister. Er sagte, dass Israel „die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Trump“ unterstütze. „Die wichtigsten Forderungen sind, dass der Iran sämtliches angereichertes Material aus dem Land schafft und sich dazu verpflichtet, auf iranischem Boden kein Uran anzureichern“, sagte Saar. „Bisher sehe ich dazu aber keine Bereitschaft.“
Der israelische Außenminister kritisierte vor dem Hintergrund der angespannten Lage, „dass es Europa an geopolitischem Denken mangelt“. Der Iran sei nicht nur eine Gefahr für die Existenz Israels. „Viele arabische Staaten, vor allem die Golfstaaten, haben das klar erkannt.“
Die Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten nannte Saar „hervorragend“. Er erklärte: „Als das Land seine Schulbücher austauschte und damit begann, keinen Hass mehr gegen Juden zu schüren, wussten wir, dass sie es ernst meinen mit dem Frieden.“ Von allen Friedensverträgen in der Region seien die Emirate „das Land, mit dem eine vollständige Normalisierung nah ist: nicht nur im Verhältnis zwischen den Regierungen, sondern auch der Bevölkerung. Das ist eine großartige Sache.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Israelische Soldatin (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Gemeinsame Waffenproduktion zwischen Israel und Deutschland für denkbar gehalten
- Deutschland liefert wieder Waffen an Israel nach Waffenstillstand im Gazastreifen
- Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten als "hervorragend" bezeichnet
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Israel betrifft Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate
- Waffenlieferungen und gemeinsame Produktion könnten bis in die Zukunft reichen
- Bezug auf den Waffenstillstand im Gazastreifen seit Oktober letzten Jahres
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Gemeinsame Waffenproduktion mit Deutschland als Möglichkeit
- Lieferung des Flugabwehrsystems Arrow 3 trotz eigener Bedürfnisse Israels
- Kritik an mangelndem geopolitischen Denken in Europa bezüglich des Irans
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Möglichkeit der gemeinsamen Waffenproduktion mit Deutschland
- Israel hat Flugabwehrsystem Arrow 3 an Deutschland geliefert
- Unterstützung diplomatischer Bemühungen der USA gegen den Iran
