Caritas warnt vor noch stärkeren Belastungen durch Warken-Reform
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Pflegeversicherung in Deutschland: Reform und Herausforderungen
Berlin () – Vor dem Hintergrund einer Reform der Pflegeversicherung warnt die Caritas vor einer noch stärkeren Belastung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. „Bei der stationären Pflege muss die Ministerin dafür Sorge tragen, dass die finanzielle Belastung für die Pflegebedürftigen nicht noch weiter steigt“, sagte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.
„Aktuell wird diskutiert, die Eigenanteile erst nach 18 Monaten Aufenthalt in einer Einrichtung zu senken, statt wie bisher nach zwölf Monaten. Das würde zwar der Pflegeversicherung kurzfristig Kosten ersparen, dauerhaft aber das Stufenmodell der Entlastung diskreditieren, das schon heute vielen als ungenügend gilt.“ Mitte Mai will Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) einen Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung vorlegen.
Welskop-Deffaa befürchtet falsche Anreize: „Die Neuregelung würde den Anreiz erhöhen, vorhandenes Vermögen vor Eintritt des Pflegefalls an Kinder und Enkel zu verschenken, wie es Ratgeber regelmäßig empfehlen. Die Loyalität der Versicherten mit ihrer solidarischen Pflegeversicherung darf durch Anreizeffekte dieser Art nicht aufs Spiel gesetzt werden.“
Zudem forderte sie, pflegende Familienangehörige zu entlasten: „Die allermeisten Leistungen für Pflegebedürftige werden immer noch in der Familie erbracht.“ Diese Verantwortungsbereitschaft von pflegenden Angehörigen müsse unbedingt geschützt werden. „Bei der Reform der Pflegeversicherung darf es auf keinen Fall zu Verschlechterungen bei der beitragsfreien Familienmitversicherung, der nach Kinderzahl gestaffelten Beitragshöhe und der Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige kommen.“
„Die Pflegeversicherung ist eine Teilleistungsversicherung, die sich signifikant auf die familiäre Generationensolidarität stützt“, so Welskop-Deffaa. „Hier erinnern wir daran, dass das Bundesverfassungsgericht wiederholt klargestellt hat, dass der `generative Beitrag` in der Pflegeversicherung stärker berücksichtigt werden muss als in den anderen Zweigen der Sozialversicherung.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Seniorin mit Helferin (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Caritas warnt vor stärkerer finanzieller Belastung für Pflegebedürftige und Angehörige bei Reform der Pflegeversicherung.
- Neuregelung könnte Eigenanteile erst nach 18 Monaten Aufenthalt senken, nicht mehr nach zwölf Monaten.
- Welskop-Deffaa fordert Schutz der beitragsfreien Familienmitversicherung und Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Pflegebedürftige und pflegende Angehörige betroffen
- Anstieg der Eigenanteile nach 18 Monaten statt 12 Monaten
- Geplante Reform der Pflegeversicherung soll Mitte Mai vorgestellt werden
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Reform der Pflegeversicherung
- Diskussion über Erhöhung der Eigenanteile nach 18 Monaten statt 12 Monaten
- Befürchtung falscher Anreize bei Vermögensverschiebungen vor Pflegefällen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung wird Mitte Mai von Gesundheitsministerin Nina Warken vorgelegt.
- Diskussion über Senkung der Eigenanteile nach 18 Monaten Aufenthalt in Einrichtungen.
- Forderung nach Entlastung für pflegende Angehörige und Schutz der beitragsfreien Familienmitversicherung.
- Busfahrer in Mitte mit Reizgas attackiert - 10. Mai 2026
- Uneinigkeit bei Bundestagsparteien über Putins Schröder-Vorstoß - 10. Mai 2026
- Schwerer Fahrradunfall auf der K65 in Marsberg - 10. Mai 2026


