Linke fordert Neuaufrollung der Ermittlungen zu Brandanschlag in Lübeck

1. Dezember 2025

Mecklenburg-Vorpommern - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Aufarbeitung rechter Gewalt in MV

() – Die Linksfraktion im Landtag hat gefordert, die Ermittlungen zum tödlichen Brandanschlag auf ein Wohnhaus in der Lübecker Hafenstraße im Januar 1996 neu aufzurollen. Das teilte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Michael Noetzel, am Montag nach der Sitzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses mit.

Bei dem Anschlag hatten zehn Menschen ihr Leben verloren.

Noetzel zeigte sich entsetzt über die Schilderungen eines Sachverständigen im Ausschuss. Unmittelbar nach der Tat seien vier Rechtsradikale aus Grevesmühlen trotz schwerwiegender Indizien in den Fokus geraten, die Ermittlungen hätten sich dann aber ausschließlich auf einen Bewohner des Hauses konzentriert.

Selbst nach zwei Freisprüchen dieses Mannes und zwischenzeitlichen Geständnissen der mutmaßlich rechtsextremen Täter habe die Staatsanwaltschaft nicht von ihrem Kurs abgelassen. Die Tat bleibe bis heute ungesühnt.

Der Politiker betonte, Mord verjähre nicht.

Er forderte eine umfassende Neubewertung sogenannter Altfälle rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Beratungsstelle gehe von mindestens 15 rechtsmotivierten Tötungsdelikten im Land aus, staatlich anerkannt seien aber nur fünf.

Für Betroffene und Hinterbliebene sei die Anerkennung einer rechten Motivlage enorm wichtig.

Siehe auch:  Wetterbericht für Mecklenburg-Vorpommern (14.12.2025)
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Justicia (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Linksfraktion fordert Neuauflage der Ermittlungen zum tödlichen Brandanschlag in Lübeck von 1996.
  • Ermittlungen konzentrierten sich nach der Tat eingeschränkt auf einen Hausbewohner, trotz Indizien gegen vier Rechtsradikale.
  • Es sind mindestens 15 rechtsmotivierte Tötungsdelikte in Mecklenburg-Vorpommern bekannt; staatlich anerkannt sind jedoch nur fünf.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Angehörige der zehn beim Brandanschlag getöteten Personen
  • Region: Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere Lübeck
  • Zahlen: mindestens 15 rechtsmotivierte Tötungsdelikte, staatlich anerkannt nur fünf

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Neubewertung des tödlichen Brandanschlags von 1996 gefordert
  • Ungenügende Ermittlungen, die sich nur auf einen Bewohner konzentrierten
  • Mangelnde Anerkennung rechter Gewalt und deren Folgen in Mecklenburg-Vorpommern

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Forderung nach Neuauflage der Ermittlungen zum Brandanschlag von 1996
  • Durchführung einer umfassenden Neubewertung rechter Gewaltfälle in Mecklenburg-Vorpommern
  • Anerkennung von mindestens 15 rechtsmotivierten Tötungsdelikten durch Beratungsstellen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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