Klingbeil plant keine neue Behörde zur Geldwäsche-Bekämpfung

12. Mai 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Geldwäschebekämpfung in Deutschland: Reformen im Fokus

() – Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will zur Bekämpfung der Geldwäsche anders als die Vorgängerregierung keine neue Behörde aufbauen, sondern setzt auf rasche Reformen innerhalb des Zolls.

„Ich habe mich dafür entschieden, die etablierten Strukturen des Zolls zu stärken und ihn damit noch schlagkräftiger im Kampf gegen Geldwäsche sowie Terrorismus- und Proliferationsfinanzierung aufzustellen“, schreibt Klingbeil in einem Brief an die Mitarbeitenden des Zolls, über den das „Redaktionsnetzwerk “ berichtet. Von der Geldwäsche gehe eine „erhebliche“ Bedrohung für den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Deutschland aus. Sie gefährde die Integrität des Finanzsystems, entziehe dem Staat bedeutende Einnahmen und stärke kriminelle Netzwerke, so der Vizekanzler.

Deutschland war bereits mehrfach von internationalen Organisationen gerügt worden, nur unzureichend gegen Geldwäsche vorzugehen. Die Ampelkoalition hatte unter Finanzminister Christian Lindner (FDP) den Aufbau eines „Bundesamtes für die Bekämpfung der Finanzkriminalität“ geplant, in dem die zersplitterten Zuständigkeiten gebündelt werden sollten. Wegen Streitigkeiten wurde das Gesetz aber nie beschlossen.

Klingbeil legt diese Pläne nun endgültig zu den Akten. Stattdessen soll die zentrale Organisation für die Geldwäschebekämpfung, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU), im Zoll verbleiben. Sie solle aber gemäß den internationalen Vorgaben fachlich und organisatorisch unabhängiger werden, erläuterte Klingbeil. Der Zoll selbst bekommt den Plänen zufolge neue Befugnisse: Die strafrechtlichen Ermittlungen bedeutender internationaler Geldwäschefälle sollen bundesweit spezialisierte Einheiten des Zolls übernehmen. Zudem wird den Angaben zufolge in der FIU eine „nationale Expertisestelle“ eingerichtet, um das Personal in Bund und Ländern fit zu machen für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusbekämpfung. Klingbeil schreibt, alle Maßnahmen dienten auch dazu, Deutschland fit für die nächste Überprüfung durch die internationale Financial Action Task Force (FATF) zu machen. Sie ist für die Jahre 2028/2029 vorgesehen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Lars Klingbeil am 11.05.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Lars Klingbeil will keine neue Behörde zur Geldwäschebekämpfung aufbauen, sondern den Zoll reformieren.
  • Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) bleibt im Zoll und soll unabhängiger werden.
  • Der Zoll erhält neue Befugnisse für strafrechtliche Ermittlungen internationaler Geldwäschefälle.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppen: Mitarbeitende des Zolls, internationale Organisationen, Finanz- und Wirtschaftsstandort Deutschland
  • Regionen: Deutschland
  • Zahlen/Fristen: Überprüfung durch die FATF in den Jahren 2028/2029

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Keine neue Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche, stattdessen Stärkung der Zollstrukturen
  • Erhebliche Bedrohung der Integrität des Finanzsystems und Angriff auf staatliche Einnahmen durch Geldwäsche
  • Internationale Kritik an unzureichenden Maßnahmen Deutschlands gegen Geldwäsche

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Stärkung der bestehenden Strukturen des Zolls zur Bekämpfung von Geldwäsche.
  • Übertragung strafrechtlicher Ermittlungen bedeutender Geldwäschefälle an bundesweit spezialisierte Zoll-Einheiten.
  • Einrichtung einer nationalen Expertisestelle in der FIU zur Ausbildung des Personals in Geldwäsche- und Terrorismusbekämpfung.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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