Umfrage: Araber in Israel fühlen sich heimisch

12. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Perspektiven arabischer Israelis

Tel Aviv () – Eine Mehrheit der israelischen Staatsbürger mit arabischer Herkunft fühlt sich in heimisch und wirtschaftlich abgesichert – aber in ihrer persönlichen Sicherheit bedroht. Das ergab eine neue Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks “ berichten.

Als Grund für das Gefühl der Unsicherheit geben die meisten Befragten jedoch keine staatlichen Übergriffe oder die aktuellen Kriege an, sondern Gewalt innerhalb der arabischen Community (52 Prozent). Kriegssorgen treiben etwa ein Fünftel der Befragten um (22 Prozent), während sich nur eine Minderheit von 8,6 Prozent in „wirtschaftlichen Schwierigkeiten“ sieht. Die Lage der Palästinenser in Gaza besorgt lediglich 7,4 Prozent der Araber in Israel.

Mehr als einer von fünf Staatsbürgern Israels ist Araber: Rund zwei Millionen der Israelis sind arabischstämmig, die meisten davon palästinensisch. Die eigene wirtschaftliche Gesamtlage beschreiben fast drei Viertel der Befragten (68,3 Prozent) als gut. Die Hälfte erklärte, ihr Zugehörigkeitsgefühl zum Staat Israel sei insgesamt stark (53,3 Prozent). Gut 44 Prozent nannten es schwach.

Eine klare Mehrheit (59,4 Prozent) glaubt, dass die Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Israel derzeit „nicht gut“ sind. Dennoch erklärten die meisten Befragten (64 Prozent), dass sie an eine arabisch-jüdische politische Partnerschaft glauben. Allerdings denken nur vier von zehn israelischen Arabern, dass auch ihre jüdischen Mitbürger eine solche Zusammenarbeit befürworten. Dass die einzige realistische Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt die Errichtung von zwei Staaten auf Basis der Grenzen von 1967 ist, glaubt knapp die Hälfte der arabischen Israelis (46,4 Prozent). Nur 18,7 Prozent sehen als Lösung einen einheitlichen Staat vom Jordan bis zum Mittelmeer, der von Israelis und Palästinensern gemeinsam bewohnt wird.

Siehe auch:  Yougov-Umfrage: Union und AfD legen beide zu

An der für den 27. Oktober 2026 geplanten Parlamentswahl will nach heutigem Stand die Hälfte der Befragten teilnehmen. Würden sich die vier arabischen Parteien in Israel allerdings zu einer Gemeinsamen Liste zusammentun, könnte die arabische Wahlbeteiligung dadurch auf den Rekordwert von 67 Prozent ansteigen und einem solchen Bündnis 16 Sitze in der Knesset verschaffen. Eine große Mehrheit (77,2 Prozent) wünscht sich zudem die Einbeziehung einer arabischen Partei in eine künftige Regierungskoalition.

Für die Umfrage im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung befragten die Universität Tel Aviv und das Forschungsinstitut „Stat-Net“ im April und Mai telefonisch 500 arabische Erwachsene in Israel in ihrer Muttersprache.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Muslime in Jerusalemer Altstadt (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Mehrheit der arabischen Staatsbürger in Israel fühlt sich heimisch, aber bedroht in ihrer Sicherheit.
  • Hauptgrund für Unsicherheit ist Gewalt innerhalb der arabischen Community (52 Prozent).
  • 59,4 Prozent glauben, Beziehungen zwischen Arabern und Juden sind derzeit "nicht gut".

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind arabische Staatsbürger in Israel, circa 2 Millionen.
  • 52 Prozent fühlen sich durch Gewalt innerhalb der arabischen Community bedroht.
  • An der Parlamentswahl am 27. Oktober 2026 wollen 50 Prozent teilnehmen, mögliches Potenzial für 67 Prozent bei einer gemeinsamen Liste.

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Gefühl der Unsicherheit aufgrund von Gewalt innerhalb der arabischen Community (52 Prozent)
  • Kriegssorgen betreffen ein Fünftel der Befragten (22 Prozent)
  • Mehrheit sieht aktuelle Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Israel als "nicht gut" (59,4 Prozent)

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