Peter Wohlleben warnt vor Aerosol-Gefahr auf öffentlichen Toiletten

13. Mai 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Hygiene und Gesundheit in Berlin

() – Bestseller-Autor Peter Wohlleben warnt vor falschen Hygieneregeln auf der Toilette. Es fange schon damit an, dass die meisten Leute falsch spülten, sagte Wohlleben der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Was auf der Toilette gefährlich sei, seien die Aerosole. Beim Abspülen stiegen Luftbläschen auf. In diesen Aerosolen blieben Bakterien bis zu sechs Stunden aktiv. Wer mittags eine öffentliche Toilette betrete, atme „alles ein, was seit dem frühen Morgen in die Luft gestiegen ist“. Die bakterielle Gefahr durch Klobrillen sei dagegen überschätzt. „Alle ekeln sich vor der Klobrille, aber die Anzahl der Bakterien pro Quadratzentimeter ist hier erstaunlich gering. Auf den Hanteln und Griffen im Fitnesscenter ist die Belastung 400mal höher“, so Wohlleben.

Als entscheidende Schutzmaßnahme nennt Wohlleben das Schließen des Klodeckels vor dem Spülgang. Das reduziere die Belastung um das 14-Fache. In diesem Zusammenhang kritisiert er auch die Ausstattung öffentlicher Sanitäranlagen: „Warum haben Toiletten auf Autobahnraststätten gar keine Deckel? Das ist der hygienische Super-Gau.“ Deutlich besser schneide der Schienenverkehr ab. Die ICE-Toilette sei besser als die auf der Raststätte. Sie werde abgesaugt, dabei wirbele keine Luft auf.

Auch in der heimischen Küche sieht Wohlleben dringenden Handlungsbedarf und warnt vor einem weit verbreiteten Utensil. Zuallerst solle man den Spülschwamm gegen eine Bürste austauschen. Auf Schwämmen fänden sich bis zu einer Milliarde Bakterien, die in den feuchten Poren ideal überleben. Seife helfe da nicht. Manche Bakterien ernährten sich sogar vom Spüli. Eine Bürste hingegen trockne schnell aus und sei in der Spülmaschine heiß waschbar.

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Kritisch bewertet Wohlleben zudem Seifenspender mit Pumpkappen. Diese saugten Luft ein und mit ihr Bakterien. Jedes Mal, wenn man sich die Hände wasche, drücke man eine Portion Bakterien mit raus.

Für sein populärwissenschaftliches Buch „Bakterien – die heimlichen Helden“ hat der Autor die aktuelle Studienlage zu Mikroorganismen zusammengefasst.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Peter Wohlleben (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Falsches Spülen führt zu gesundheitlichen Risiken durch Aerosole, die Bakterien bis zu sechs Stunden aktiv halten.
  • Schließen des Klodeckels vor dem Spülgang reduziert die Belastung um das 14-Fache.
  • Spülschwämme sollten durch Bürsten ersetzt werden, da Schwämme bis zu einer Milliarde Bakterien enthalten.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Personen: Allgemeine Öffentlichkeit, Nutzer öffentlicher Toiletten, Verbraucher in der Küche
  • Regionen: Deutschland (öffentliche Toiletten, Autobahnraststätten, Schienenverkehr)
  • Zeiträume: Aerosole bleiben bis zu sechs Stunden aktiv; Empfehlungen zur Nutzung von Toiletten und Küchengeräten ohne konkrete Fristen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Falsches Spülen auf Toiletten führt zur Bildung gefährlicher Aerosole.
  • Klobrillen werden überschätzt, während Fitnessgeräte eine höhere Bakterienbelastung aufweisen.
  • Mangelnde Hygieneausstattung in öffentlichen Toiletten, wie fehlende Deckel.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Überprüfung und Anpassung der Hygieneregeln in öffentlichen Sanitäranlagen, insbesondere Schließen des Klodeckels vor dem Spülen.
  • Verbesserung der Ausstattung öffentlicher Toiletten, z.B. durch Einbau von Klodeckeln auf Autobahnraststätten.
  • Förderung der Nutzung von Bürsten statt Schwämmen in der heimischen Küche zur Reduzierung von Bakterien.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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