EU-Kommission plant vier Schutzmaßnahmen gegen China

28. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftsstrategie der EU gegenüber China

Brüssel () – Die EU-Kommission will am Freitag Maßnahmen vorstellen, mit denen ein handelspolitischer Kurswechsel gegenüber eingeleitet werden soll.

Es gehe nicht um einen Bruch mit China, sondern um ein „echtes Rebalancing“ der Handelsbeziehung, sagte EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné dem „Handelsblatt“, der „Financial Times“ und „Le Monde“ (Freitagausgaben). Europa brauche „einen europäischen dritten Weg“, der China „auf die eine oder andere Weise zwingt“, ernsthafte Verhandlungen aufzunehmen.

„Europa hat im Grunde keine Wahl“, sagte der französische Kommissionsvizepräsident. Wenn Brüssel die Industrie nicht schütze, „zerbricht es wieder ins Nationale“.

Séjourné skizzierte vier neue Maßnahmen, mit denen die EU ihre Industrie stärker vor chinesischen Überkapazitäten schützen will. Erstens sollen Unternehmen in strategischen Bereichen stärker zur Diversifizierung ihrer Lieferketten verpflichtet werden. Séjourné nannte als Beispiel Vorgaben, wonach höchstens 60 Prozent der Lieferungen aus einem einzigen Land stammen dürften.

Zweitens sollen bestehende Handelsschutzinstrumente schneller und breiter angewandt werden. Drittens plant die Kommission einen neuen sektorweiten Schutzmechanismus. Die EU soll künftig nicht mehr nur einzelne Produkte oder Unternehmen untersuchen, sondern ganze Branchen mit Ausgleichszöllen schützen können.

Viertens will Séjourné die EU-Verordnung gegen ausländische Subventionen verschärfen. Wird ein chinesischer Anbieter bei einer öffentlichen Ausschreibung wegen unzulässiger Subventionen ausgeschlossen, soll er künftig auch bei anderen Ausschreibungen desselben Sektors gesperrt werden. Als Beispiel nannte Séjourné Elektrobusse des chinesischen Herstellers BYD, der sich derzeit in mehreren europäischen Städten um öffentliche Aufträge bewirbt.

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Der Kurswechsel folgt auf wachsenden Druck mehrerer großer Mitgliedstaaten. , , und die fordern in einem Papier sektorweite Zölle gegen chinesische Importe; auch die Bundesregierung begrüßt die Initiative.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Gebäude der EU-Kommission (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • EU-Kommission plant handelspolitischen Kurswechsel gegenüber China
  • Unternehmen in strategischen Bereichen sollen Lieferketten diversifizieren, maximal 60% aus einem Land
  • Einführung eines sektorweiten Schutzmechanismus und Verschärfung der Verordnung gegen ausländische Subventionen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné betont die Notwendigkeit eines Rebalancing der Handelsbeziehungen zu China
  • Zielgruppen: europäische Unternehmen, insbesondere in strategischen Sektoren (z.B. Elektrobusse)
  • Maßnahmen umfassen Diversifizierung der Lieferketten, schnellere Anwendung von Handelsschutzinstrumenten, sektorweite Schutzmechanismen und verschärfte Verordnung gegen ausländische Subventionen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Verpflichtung zur Diversifizierung der Lieferketten in strategischen Bereichen
  • Schnellere und breitere Anwendung bestehender Handelsschutzinstrumente
  • Einführung eines neuen sektorweiten Schutzmechanismus zur Absicherung ganzer Branchen
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