Studie: EU-Kommission vernachlässigt Folgenabschätzungen
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Auswirkungen der EU-Gesetzgebung in Brüssel
Brüssel () – Die Europäische Kommission schätzt die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen geplanter Gesetze offenbar nur selten ab und missachtet damit ihre eigenen Regeln.
Im vergangenen Jahr brachte die Brüsseler Behörde 123 Richtlinien und Verordnungen auf den Weg und nahm mehr als 1.000 technische Rechtsakte an – erstellte aber nur 25 sogenannte „Impact Assessments“, wie eine bisher unveröffentlichte Untersuchung des Wirtschaftsverbands Gesamtmetall zeigt, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.
„Folgenabschätzungen von geplanten Gesetzen sind gerade in der EU nötig und sinnvoll, denn es sind ja 27 verschiedene Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten betroffen“, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall. Oft würden auch grenzüberschreitende oder den gesamten Binnenmarkt betreffende Regelungen erlassen. „Deshalb ist der laxe Umgang mit den Folgenabschätzungen auf EU-Ebene verwunderlich, falsch und gefährlich“, so Zander.
Brüsseler Beamte verteidigten das Vorgehen. Die Zahl von 25 Folgenabschätzungen solle nicht mechanisch mit der Zahl aller Rechtsakte der Kommission verglichen werden, sagte ein Sprecher der Behörde. Denn die große Mehrheit der Vorschriften regele bloß technische Details und verursache keine Belastungen. Vollständige Folgenabschätzungen seien hier unnötig. Sie würden dort erstellt, wo politische Entscheidungen zu treffen seien und mit erheblichen wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Auswirkungen zu rechnen sei.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gebäude der EU-Kommission (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Europäische Kommission schätzt die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen geplanter Gesetze selten ab.
- Im Jahr 2022 wurden 123 Richtlinien und Verordnungen sowie über 1.000 technische Rechtsakte verabschiedet, aber nur 25 "Impact Assessments" erstellt.
- Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall fordert umfassendere Folgenabschätzungen für grenzüberschreitende Regelungen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen: EU-Mitgliedstaaten, insbesondere Unternehmen und Bürger in 27 Rechtsordnungen
- Umfang: 123 Richtlinien und Verordnungen im letzten Jahr, nur 25 Folgenabschätzungen erstellt
- Zeitraum: Untersuchungszeitraum bezieht sich auf das vergangene Jahr
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Mangelnde Folgenabschätzungen bei der EU-Kommission für neue Gesetze
- Hohe Anzahl neuer Richtlinien und Verordnungen, aber nur wenige Impact Assessments
- Notwendigkeit für Folgenabschätzungen aufgrund verschiedener Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten und grenzüberschreitender Regelungen
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