Chemieindustrie droht Klimaziele zu verfehlen

8. Dezember 2025

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Chemieindustrie und Klimaziele in Berlin

() – Die Chemieindustrie droht ihr Versprechen von der „grünen Chemie“ zu brechen. Das zeigt eine Analyse des Frankfurter Datenunternehmens „Right Based on Science“, die auch von der Europäischen Bankenaufsicht verwendet wird.

Für den „Spiegel“ hat der Dienstleister die veröffentlichten Emissionswerte fünf großer deutscher Chemiekonzerne ausgewertet. Die Berechnung zeigt, wie stark jedes der Chemieunternehmen über oder unter dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens liegt, gemessen an seiner Wirtschaftsleistung und seiner Branche. Diese Abweichung übertrug der Datenspezialist dann modellhaft auf die Weltwirtschaft und schätzte, um wie viel Grad sich die Erde bis 2100 erwärmen würde, wenn branchenübergreifend alle Unternehmen ihren Klimapfad in gleicher Weise verfehlen würden.

Das Ergebnis: Würden alle Unternehmen so viel ausstoßen wie vier große deutsche Industrieunternehmen, würden die Temperaturen um 4,5 bis 6,0 Grad Celsius steigen.

Eigentlich hatte die Chemieindustrie versprochen, verstärkt eine „grüne Chemie“ zu produzieren, mithilfe erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Produktionsverfahren. Das sollte Kunden überzeugen, lieber deutsche Chemie zu kaufen als Konkurrenzprodukte aus .

Hannah Helmke, Chefin von Right Based on Science, findet nur eine Erklärung für die fehlenden Investitionen in die Emissionsreduktion: Die Chemiekonzerne „hoffen, dass die Regularien wieder aufgeweicht werden“. Die Drohungen der Konzerne, ins Ausland abzuwandern, könne sie nachvollziehen. „Aus Klimaperspektive ist es nicht verkehrt, wenn die Unternehmen in Länder ziehen, wo sie günstige und saubere Energie bekommen.“ Gerade China habe zuletzt deutlich mehr in erneuerbare Energien investiert als . Wenn Unternehmen abwandern, wandert also nicht einfach der CO2-Ausstoß mit ihnen ab, „Carbon Leakage“ würde man das nennen. Sie könnten in China potenziell sogar leichter an grüne Energie kommen und ihre Emissionen senken.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Chemieindustrie gefährdet Versprechen der "grünen Chemie".
  • Analyse zeigt mögliche Temperaturerhöhung um 4,5 bis 6,0 Grad Celsius bis 2100.
  • Chemiekonzerne hoffen auf Aufweichung von Umweltregulierungen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft große deutsche Chemiekonzerne
  • potenzielle Temperatursteigerung um 4,5 bis 6,0 Grad Celsius bis 2100
  • Zielgruppe: globale Wirtschaft, Schwerpunkt auf Chemieindustrie

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Chemieindustrie weicht von Versprechen der "grünen Chemie" ab.
  • Fehlende Investitionen in Emissionsreduktion aufgrund von Hoffnung auf Lockerung der Regularien.
  • Abwanderung von Unternehmen ins Ausland könnte zu einer Erhöhung der globalen Emissionen führen ("Carbon Leakage").

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Analyse der Emissionswerte großer deutscher Chemiekonzerne durchgeführt.
  • Politik und Behörden könnten strengere Regularien zur Emissionsreduktion einführen.
  • Förderung erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Produktionsmethoden in der Industrie unterstützen.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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