Viele Tote bei Iran-Protesten – Regierung organisiert Gegendemos

12. Januar 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Menschenrechtslage und Proteste im Iran

Teheran/Oslo () – Sechzehn Tage nach Beginn der neuen landesweiten Protestwelle gegen die Regierung im sind nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 648 Demonstranten getötet worden. Tausende seien verletzt worden, meldete die Organisation „Iran Human Rights“ (IHRNGO) mit Sitz in Oslo am Montag. Es gebe außerdem unbestätigte Berichte, dass die Zahl der Toten noch weitaus höher sein kann, die Zahl von über 6.000 wurde genannt.

Aufgrund der Internetsperre seit dem 8. Januar und starken Einschränkungen des Zugangs zu Informationen sei es äußerst schwierig, diese Berichte unabhängig zu überprüfen, hieß es aus . Die Zahl der bei den jüngsten Protesten festgenommenen Personen wird auf über 10.000 geschätzt.

„Die weit verbreitete Ermordung ziviler Demonstranten durch die Islamische in den letzten Tagen erinnert an die Verbrechen des Regimes in den 1980er Jahren, die als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt wurden“, sagte IHRNGO-Chef Mahmood Amiry-Moghaddam am Montag. Die Gefahr von Massenhinrichtungen und außergerichtlichen Hinrichtungen von Demonstranten sei äußerst ernst, eine erste Hinrichtung in Zusammenhang mit den Demonstrationen sei bereits für die nächsten Tage angekündigt.

Die internationale Gemeinschaft habe nun die Pflicht, zivile Demonstranten vor Massentötungen durch die Islamische Republik und ihr Korps der Islamischen Revolutionsgarde zu schützen. „Wir rufen die Menschen und die Zivilgesellschaft in demokratischen Ländern auf, ihre Regierungen an diese Verantwortung zu erinnern“, sagte Amiry-Moghaddam.

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Die neue Protestwelle, die am 28. Dezember auf dem Teheraner Basar wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage begann, weitete sich schnell auf andere Teile des Iran aus, begleitet von regierungskritischen Parolen. Bis zum Internet-Blackout hatten sich die Proteste nach Angaben von Beobachtern auf alle 31 Provinzen und rund 120 Städte ausgeweitet.

Mittlerweile werden offensichtlich auch Gegendemos organisiert. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Protesten, können hier auch Medienvertreter relativ gefahrlos Bilder aufnehmen und verbreiten – darauf waren beispielsweise am Enqelab-Platz in Teheran mehrere Hundert Menschen mit den offiziellen Fahnen der Islamischen Republik zu sehen, begleitet von starten Sicherheitskräften.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Iran (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Mindestens 648 Demonstranten wurden getötet; möglicherweise über 6.000 Tote.
  • Über 10.000 Personen wurden während der Proteste festgenommen.
  • Erste Hinrichtung in Zusammenhang mit den Demonstrationen angekündigt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: mind. 648 Demonstranten, 10.000 Festnahmen, möglicherweise über 6.000 Tote
  • Region: Iran, alle 31 Provinzen, rund 120 Städte
  • Zeitraum: Protestwelle seit 28. Dezember, Internet-Blackout seit 8. Januar

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Proteste begannen am 28. Dezember wegen schlechter wirtschaftlicher Lage
  • Mindestens 648 Demonstranten getötet, unbestätigte Berichte sprechen von über 6.000 Toten
  • Über 10.000 Festnahmen und ernsthafte Bedenken bezüglich Massenhinrichtungen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Internationale Gemeinschaft soll zivile Demonstranten schützen.
  • Regierungen demokratischer Länder werden aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen.
  • Warnung vor Massenhinrichtungen und außergerichtlichen Hinrichtungen von Demonstranten.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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