Studie zur Verfolgung von Sinti und Roma in Schleswig-Holstein vorgestellt

13. Januar 2026

Regional - Schleswig-Holstein - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Aufarbeitung in Schleswig-Holstein

() – Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zur Geschichte der Sinti und Roma im Land vorgestellt. Das teilte Landtagspräsidentin Kristina Herbst am Dienstag in Kiel mit.

Die Studie wurde von der Europa-Universität erstellt und beleuchtet insbesondere die Verfolgung während der NS-Zeit und deren Nachwirkungen.

Studienleiter Marc Buggeln sagte, dass von etwa 500 in lebenden Sinti und Roma mehr als die Hälfte im Mai 1940 ins besetzte deportiert worden seien, wo etwa ein Drittel bis die Hälfte umkam. Als Haupttäter identifizierte die Studie Polizeibeamte.

Für die Nachkriegszeit zeige die Untersuchung, dass Entschädigungsanträge häufiger und erfolgreicher gestellt wurden als bisher angenommen, die Betroffenen aber oft lange kämpfen mussten und nur geringe Summen erhielten.

Die Studie wurde von einem parteiübergreifenden Beirat des Landtags begleitet, dem unter anderem die Abgeordneten Birte Pauls (SPD), Uta Wenzel (CDU), Eka von Kalben (Grüne), Heiner Garg (FDP) und Jette Waldinger-Thiering (SSW) angehörten. Herbst dankte dem Forschungsteam für das ‚wegweisende Werk‘, das eine wichtige Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit diesem Teil der Landesgeschichte biete.

Siehe auch:  Toter Hund aus Ems-Jade-Kanal geborgen

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Landtag von Schleswig-Holstein in Kiel (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Mehr als die Hälfte der in Schleswig-Holstein lebenden Sinti und Roma wurde im Mai 1940 nach Polen deportiert.
  • Etwa ein Drittel bis die Hälfte der deportierten Sinti und Roma kam um.
  • Entschädigungsanträge in der Nachkriegszeit wurden häufiger und erfolgreicher gestellt als bisher angenommen, jedoch meist für geringe Summen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Sinti und Roma in Schleswig-Holstein
  • mehr als 500 lebende Sinti und Roma, 1940 Deportation von über der Hälfte
  • Entschädigungsanträge häufiger und erfolgreicher, aber oft nur geringe Summen erhalten

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Verfolgung der Sinti und Roma während der NS-Zeit
  • Deportation von mehr als der Hälfte der 500 in Schleswig-Holstein lebenden Sinti und Roma
  • Schwierigkeiten und geringe Entschädigungsbeträge für die Nachkommen der Betroffenen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Vorstellung der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zur Geschichte der Sinti und Roma im Land
  • Unterstützung durch einen parteiübergreifenden Beirat
  • Dank an das Forschungsteam für die Grundlage zur Auseinandersetzung mit der Geschichte
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH