Studie: Flat-Tax-Erbschaftsteuer führt zu hohen Mindereinnahmen

6. November 2025

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Auswirkungen der Erbschaftsteuerreform in Berlin

() – Laut einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) würde eine Flat-Tax-Erbschaftsteuer zu deutlichen Mindereinnahmen für den Staat führen.

Ein Einheitssteuersatz von zehn Prozent würde das Erbschaftsteuer-Aufkommen von derzeit zwölf Milliarden Euro um 4,4 Milliarden Euro oder 36 Prozent schmälern, selbst wenn sämtliche Steuervorteile für Betriebserben wegfallen, heißt es in der DIW-Studie, die von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben wurde und über die das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe) berichtet.

Angesichts eines bevorstehenden Verfassungsgerichtsurteils diskutiert die Politik seit Monaten über eine Reform der Erbschaftsteuer. Dabei wird von Ökonomen wie Lars Feld oder Ifo-Präsident Clemens Fuest immer wieder eine Flat Tax ins Spiel gebracht. Danach sollen bestehende Steuervorteile für Betriebserben gestrichen und gleichzeitig ein niedriger einheitlicher Steuersatz auf alle Erbschaften in Höhe von maximal zehn Prozent eingeführt werden.

Laut DIW-Studie wäre solch ein Flat-Tax-Tarif aber erst ab einem Steuersatz von 16 Prozent aufkommensneutral. Bei einem pauschalen Steuersatz von 18 Prozent ließen sich Mehreinnahmen von 2,2 Milliarden Euro erzielen, bei einem Steuersatz von 25 Prozent betrügen die Mehreinnahmen 8,3 Milliarden Euro.

„Auf den ersten Blick mag ein einheitlicher Steuersatz einfach wirken“, sagte Grünen-Finanzpolitikerin Katharina Beck. Doch eine Flat Tax von zehn Prozent, die zu deutlichen Mindereinnahmen führe und auch noch kleinere Erbschaften stärker besteuere, „kann definitiv keine Lösung sein“, so Beck.

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Das DIW schlägt in der Studie vor, die Steuervorteile für Betriebserben zu streichen, die Belastungen aber abzumildern. So sollen Unternehmen ihre Erbschaftsteuer über lange Zeiträume stunden können. Zudem könne die Einziehung der Steuerforderung vom Unternehmenserfolg abhängig gemacht werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Alter Mann und junge Frau (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Flat-Tax-Erbschaftsteuer von 10% würde Staatseinnahmen um 4,4 Milliarden Euro reduzieren.
  • Aufkommensneutralität erst ab einem Steuersatz von 16% erreicht.
  • DIW schlägt vor, Steuervorteile für Betriebserben zu streichen und Erbschaftsteuer über lange Zeiträume stunden zu können.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft: Bund, Erben, Unternehmen
  • Mindereinnahmen von 4,4 Milliarden Euro (36 Prozent) bei 10 % Steuersatz
  • aufkommensneutral erst ab 16 % Steuersatz

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Flat-Tax-Erbschaftsteuer führt zu Mindereinnahmen, negative Auswirkungen auf Staatsfinanzen.
  • Diskussion über Reform der Erbschaftsteuer im Kontext eines bevorstehenden Verfassungsgerichtsurteils.
  • Vorschläge von Ökonomen für die Einführung eines einheitlichen Steuersatzes, um bestehende Steuervorteile abzubauen.

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