Deutsche Wirtschaft fordert klare Positionierung von Klingbeil
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft und Außenhandel in Berlin
Berlin () – Kurz vor der Reise von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nach China äußert die deutsche Wirtschaft klare Erwartungen an den Vizekanzler. „Die Verringerung von Abhängigkeiten darf nicht mit einem Rückzug verwechselt werden“, sagte der Präsident des deutschen Außenhandelsverbands (BGA), Dirk Jandura, der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe).
„Es geht um Risikomanagement, Marktzugang und Dialog – nicht um Abschottung.“ Die Bundesregierung müsse sich für faire Wettbewerbsbedingungen einsetzen und im EU-China-Dialog auf Transparenz und Berechenbarkeit drängen. Überkapazitäten und Marktverzerrungen gehörten offen auf den Tisch. „Deutsche Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen statt wachsender Bürokratie – bei Exportprüfungen, Visa oder Investitionen. Ideologische Schranken dürfen den Außenhandel nicht weiter lähmen.“
DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte derselben Zeitung, die Reise komme zur rechten Zeit. „Sie bietet der neuen Bundesregierung eine wichtige Gelegenheit, frühzeitig in ihrer Amtszeit den direkten Austausch mit der chinesischen Führung aufzunehmen – ein unverzichtbarer Schritt in geopolitisch angespannten Zeiten.“ Die Bundesregierung sollte die Gelegenheit nutzen, die wirtschafts- und handelspolitischen Beziehungen neu zu justieren – mit klaren Erwartungen an transparente und verlässliche Verfahren. Das betreffe die chinesischen Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen ebenso wie Seltene Erden. „Ohne Planbarkeit drohen Engpässe in Schlüsselbranchen vom E-Antrieb bis zur Medizintechnik – mit Folgen für die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit.“
Treier forderte eine klare Kommunikation: „Herausforderungen offen ansprechen, ohne die Chancen für deutsche Unternehmen auszublenden. Internationale Arbeitsteilung ist kein Selbstläufer mehr – Marktzugang wird auch politisch verhandelt. Unsere Unternehmen erwarten daher, dass die Politik jede Gelegenheit nutzt, um die Beziehungen zu China im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland zielgerichtet weiterzuentwickeln.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Lars Klingbeil am 14.11.2025 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Deutsche Wirtschaft verlangt nach fairen Wettbewerbsbedingungen und transparenten Verfahren im EU-China-Dialog.
- Jens Jandura betont, dass Risikomanagement im Außenhandel wichtig ist, nicht Rückzug.
- DIHK-Außenwirtschaftschef fordert klare Kommunikation über Herausforderungen und Chancen in Beziehungen zu China.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind deutsche Unternehmen und die Bundesregierung
- Starker Fokus auf Exportbedingungen, besonders in Bezug auf China
- Zeitpunkt: kurz vor der Reise von Lars Klingbeil nach China, mit laufenden Diskussionen über Risiken und Marktzugang
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Verringerung von Abhängigkeiten ohne Rückzug
- Bedeutung des Risikomanagements, Marktzugang und Dialog
- Notwendigkeit fairer Wettbewerbsbedingungen und transparente Verfahren
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bundesregierung setzt sich für faire Wettbewerbsbedingungen und Transparenz im EU-China-Dialog ein.
- Klare Erwartungen an transparente und verlässliche Verfahren bei Exportkontrollen und Rohstoffen formulieren.
- Direktes Gespräch mit der chinesischen Führung zur Anpassung der wirtschafts- und handelspolitischen Beziehungen suchen.
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