Bulgariens Präsident Rumen Radew tritt zurück

19. Januar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Bulgarische Politik im Umbruch

Sofia () – Bulgariens Präsident Rumen Radew hat am Montag seinen Rücktritt für den folgenden Tag angekündigt. Vizepräsidentin Ilijana Jotowa solle das Amt vorerst weiterführen, sagte Radew in einer Ansprache, die von verschiedenen TV-Sendern übertragen wurde.

In einem Rundumschlag kritisierte er den aus seiner Sicht „verkommenen Regierungsstil“ des Landes. Zwar trage das politische System äußerlich demokratische Züge, funktioniere jedoch faktisch wie eine Oligarchie. Die Politik finde zunehmend außerhalb der Institutionen statt, während im Hintergrund „Strippenzieher“ Parteien, Banken, Unternehmen und Medien kontrollierten.

Deutliche Kritik übte der Präsident auch am Parlament. Dieses habe sich endgültig von der Gesellschaft entfernt, indem es einen Volksentscheid über die Einführung des Euro abgelehnt habe. Die jüngsten Verfassungsänderungen bezeichnete das Staatsoberhaupt als „Krönung der Willkür“. Sie hätten den dauerhaften Einfluss oligarchischer Strukturen auf die Macht gesichert und die Rolle von Übergangsregierungen als Garant für faire Wahlen entwertet.

ist seit den Massenprotesten gegen Korruption im Jahr 2020 politische instabil. Ein fragmentiertes Parteiensystem sowie tiefe Gräben zwischen den etablierten und pro-europäischen Reformkräften verhindern seit Jahren die Bildung stabiler parlamentarischer Mehrheiten.

Für das Frühjahr ist die achte Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren geplant. Erst im Dezember war die Regierung von Ministerpräsident Rossen Scheljaskow formal zurückgetreten, führt die Geschäfte aber vorerst weiter. Seitdem scheiterten mehrere Regierungsbildungsversuche.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Flagge von Bulgarien (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Präsident Rumen Radew kündigt Rücktritt am Dienstag an.
  • Vizepräsidentin Ilijana Jotowa wird vorläufig das Amt übernehmen.
  • Parlamentsabstimmung über Euro-Volksentscheid abgelehnt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betrifft: Präsident Rumen Radew, Vizepräsidentin Ilijana Jotowa, Parlament, Bevölkerung Bulgariens
  • Politische Instabilität seit 2020, anhaltende Massenproteste gegen Korruption
  • Geplante achte Parlamentswahl im Frühjahr innerhalb von fünf Jahren

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Rücktritt von Präsident Rumen Radew wegen "verkommenem Regierungsstil"
  • Politisches System Bulgariens funktioniert faktisch wie eine Oligarchie
  • Gesellschaftliche Distanz des Parlaments und Ablehnung des Volksentscheids über den Euro

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Präsident Rumen Radew kündigt Rücktritt an, Vizepräsidentin Ilijana Jotowa übernimmt interimistisch.
  • Kritik an Oligarchien und der Abkehr des Parlaments von der Gesellschaft.
  • Geplante achte Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren im Frühjahr.

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