Pistorius widerspricht Trump-Aussagen zu Afghanistan-Einsatz

24. Januar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Verteidigungspolitik in Berlin: Reaktionen auf Trump

() – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) widerspricht US-Präsident Donald Trump, der den europäischen Nato-Soldaten einen angeblich schwachen Einsatz im Afghanistankrieg vorgeworfen hatte.

Pistorius sagte der „Bild“: „Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen Verbündeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um Unterstützung gebeten haben. Für diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist unserer Bundeswehr sehr dankbar.“

Nachdem Trump behauptet hatte, die europäischen Soldaten wären „ein Stück abseits der Frontlinien“ im Einsatz gewesen, erinnerte Pistorius daran, das gemeinsame Ziel der USA, Deutschlands und weiterer Nato-Verbündeter sei „die Bekämpfung der Basis des internationalen islamistischen Terrorismus“ gewesen. Deutschlands Soldaten seien insgesamt 19 Jahre lang in im Einsatz gewesen, und Deutschland habe „einen hohen Preis bezahlt“: „59 Soldaten und drei Polizisten sind in Gefechten, durch Anschläge oder Unfälle ums Leben gekommen. Zahlreiche Verwundete leiden bis heute unter den Verletzungen aus dieser Zeit. Seelisch wie körperlich. Genauso wie ihre Angehörigen, die den Schmerz ein Leben lang in sich tragen werden.“ Pistorius verspricht: „Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten. Ganz egal, von wem das infrage gestellt wird. Sie sind nie vergessen.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich gegenüber der „Bild am Sonntag“ ähnlich: „Unsere Soldaten haben Leib und Leben riskiert, viele sind dabei leider gestorben. Sie haben im Dienst für unser Land, die Demokratie und den Frieden Großartiges geleistet – und unseren höchsten Respekt verdient. Jeder einzelne Verlust trifft uns bis heute extrem hart.“

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Der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) zeigte sich irritiert über Trump: Bislang sei die Einsatzbereitschaft Deutschlands „von unseren amerikanischen Freunden stets anerkannt“ worden. „Umso unverständlicher ist Präsident Trumps Aussage – ob aus politischem Kalkül oder aus Unkenntnis. Die Stärke der Nato liegt im Zusammenhalt.“

Noch deutlicher wird Hendrik Hoppenstedt (CDU), Parlaments-Geschäftsführer der Unionsfraktion. Hoppenstedt sagte der „Bild am Sonntag“: „Präsident Trump vergiftet nicht nur weiter die transatlantische Freundschaft. Seine Herabsetzung des europäischen Afghanistan-Einsatzes ist eine Verhöhnung unserer Gefallenen, eine Beleidigung der Hinterbliebenen und eine inakzeptable Herabwürdigung unserer Streitkräfte insgesamt. Wir sollten uns weiterhin so schnell wie möglich von der US-Abhängigkeit lösen. Die ersten Schritte gehen wir bereits durch die massive Aufrüstung.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Boris Pistorius am 20.01.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Boris Pistorius widerspricht Trump bezüglich des Einsatzes europäischer Soldaten in Afghanistan.
  • Deutschland hat 59 Soldaten und drei Polizisten im Afghanistan-Einsatz verloren.
  • Hendrik Hoppenstedt kritisiert Trump für die Herabsetzung des europäischen Afghanistan-Einsatzes und fordert eine Unabhängigkeit von den USA.

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Widerspruch von Boris Pistorius zu Trumps Aussagen über den Einsatz europäischer Soldaten in Afghanistan
  • Unterstützung Deutschlands nach dem Terroranschlag von 2001 und Anerkennung der Einsatzbereitschaft
  • Hohe Verluste und psychische sowie physische Folgen für die Soldaten und deren Angehörige

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Verteidigungsminister Pistorius bestätigt die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in Afghanistan und würdigt den Mut der Soldaten.
  • Markus Söder äußert Respekt für die Soldaten und betont die Gefahren, denen sie ausgesetzt waren.
  • Hendrik Hoppenstedt fordert eine Förderung der eigenen Verteidigungsfähigkeiten zur Verringerung der Abhängigkeit von den USA.
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