IW: Viele Unternehmen schlecht für Krisen- und Kriegsfall gerüstet

26. Januar 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Vorbereitung auf Verteidigungen in Deutschland

() – Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt davor, dass die Unternehmen hierzulande möglicherweise nicht ausreichend auf einen Spannungs- und Verteidigungsfall vorbereitet sind.

„Gesamtverteidigung und Abschreckung gegenüber Russland kann nicht allein militärisch gedacht werden, sondern erfordert die systematische Einbindung der Wirtschaft“, heißt es in einer noch unveröffentlichten Studie des IW, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Die IW-Volkswirte stützen sich unter anderem auf eine Befragung von mehr als 1.000 Firmen – mit gemischtem Ergebnis: 86 Prozent geben an, sich bereits wirksam gegen Cyberattacken zu schützen. Gegen Desinformation, Sabotage und Spionage habe die Mehrheit ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Umgekehrt sind nur gut drei Prozent der Firmen für einen Materialausfall gerüstet, bei der Notfallplanung für größeren Personalausfall liegt die Quote bei vier Prozent. Vorhalteverträge gibt es laut Studie bei knapp fünf Prozent. Für Infrastrukturmängel und -engpässe im Ernstfall sehen sich 24 Prozent gerüstet; weitere 17 Prozent wollen nachlegen.

Tatsächlich kämen auf Unternehmen im Ernstfall erhebliche Aufgaben zu: Vor allem Rüstungs-, Tech- und Zulieferbetriebe müssten Waffen, Fahrzeuge und Anlagen in der erforderlichen Menge bereitstellen, zugleich müssten zivile Unternehmen Beschäftigte für Wehrdienst sowie Fahr-, Logistik- und Sanitätsaufgaben freistellen, Lieferkettenausfälle abfedern und Systeme gegen Cyberangriffe absichern.

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Die wichtigste Aufgabe der Wirtschaft im Krisenfall wäre laut IW, die Versorgung der Bevölkerung auf dem bisherigen Niveau zu sichern – auch aus sicherheitspolitischen Gründen: „Ein deutlicher Wirtschafts- und Wohlstandseinbruch könnte die Unterstützung von Verteidigungsanstrengungen an der Nato-Ostflanke infrage stellen“, schreiben die Autoren.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldaten (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Unternehmen sind möglicherweise nicht ausreichend auf Spannungs- und Verteidigungsfälle vorbereitet.
  • Nur gut drei Prozent der Firmen sind für Materialausfälle gerüstet.
  • 86 Prozent der Unternehmen geben an, sich gegen Cyberattacken zu schützen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Unternehmen in Deutschland
  • 1.000 befragte Firmen, 86% gegen Cyberattacken geschützt, nur 3% für Materialausfall gerüstet
  • Fokus auf Rüstungs-, Tech- und Zulieferbetriebe, Notwendigkeit der Sicherstellung der Bevölkerungsvorsorge

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Unternehmen sind unzureichend auf Spannungs- und Verteidigungsfälle vorbereitet.
  • Mangelnde Notfallplanung und Materialausfallvorsorge in den meisten Firmen.
  • Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung ist entscheidend für die Unterstützung von Verteidigungsanstrengungen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Einbindung der Wirtschaft in die Gesamtverteidigung und Abschreckung.
  • Maßnahmen zur Absicherung gegen Cyberangriffe und Desinformation fördern.
  • Notfallplanung und Vorhalteverträge bei Unternehmen stärken.

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