Zahl der Eheschließungen sinkt auf niedrigsten Stand seit 1950

5. Februar 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Trends der Eheschließungen in Deutschland

Wiesbaden () – Noch nie seit 1950 haben sich in einem Jahr so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben. Im Jahr 2024 lag die Zahl der Eheschließungen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte.

Insgesamt wurden 2024 in 349.200 Ehen geschlossen. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) der 698.400 Eheleute heirateten zum ersten Mal, waren also zuvor weder geschieden noch verwitwet. Gut 97 Prozent der Ehen schlossen Paare unterschiedlichen Geschlechts und knapp drei Prozent Paare gleichen Geschlechts. Nach der Einführung der Ehe für alle im Oktober 2017 gehen seit dem Berichtsjahr 2018 auch gleichgeschlechtliche Eheschließungen in die Statistik ein.

Jede zweite erwachsene Person in Deutschland ist verheiratet. Das entsprach 34,6 Millionen Menschen, die Ende 2024 in einer Ehe lebten – knapp 50 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren hierzulande. Zahl und Anteil der Verheirateten sinken jedoch seit Jahren nahezu kontinuierlich: 30 Jahre zuvor hatten noch rund 39,2 Millionen volljährige Menschen in einer Ehe gelebt, das waren 60 Prozent aller Erwachsenen. Am höchsten war 2024 der Anteil der Verheirateten an der jeweiligen Bevölkerung bei den 65- bis 69-Jährigen: Gut 3,5 Millionen der 5,3 Millionen Menschen in diesem Alter und somit zwei Drittel (66 Prozent) waren zum Jahresende 2024 verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft.

Im selben Zeitraum sind die Zahl der volljährigen ledigen Personen und ihr Anteil an der Bevölkerung ab 18 Jahren deutlich gestiegen. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Menschen ab 18 Jahren ledig, also nicht verheiratet, verwitwet oder geschieden. 1994 waren es gut 16,0 Millionen Volljährige. Der Anteil der Ledigen an der Bevölkerung ab 18 Jahren stieg binnen 30 Jahren von 24 Prozent auf gut 33 Prozent.

Siehe auch:  Gerichtsurteil: Grüne pochen auf weitere Klimaschutzmaßnahmen

Dass der Anteil der Verheirateten seit Jahren schrumpft, geht auch damit einher, dass die Menschen bei ihrer ersten Heirat immer älter sind – sofern sie überhaupt heiraten. Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung ist binnen 30 Jahren um rund sechs Altersjahre gestiegen: Im Jahr 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 32,9 Jahre alt, Männer 35,3 Jahre. 1994 hatte das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung für Frauen bei 27,1 Jahren und für Männer bei 29,4 Jahren gelegen.

Auch bei den Scheidungen sind Frauen und Männer älter als früher. Im Jahr 2024 lag es bei 44,6 Jahren bei Frauen und bei 47,6 Jahren bei Männern. Binnen 30 Jahren ist es um 8,1 Jahre bei Frauen (1994: 36,5 Jahre) und um 8,3 Jahre bei Männern (1994: 39,3 Jahre) gestiegen. Zugleich halten Ehen länger als früher: 2024 lag die Durchschnittsdauer einer Ehe bis zur Scheidung bei 14,7 Jahren. Im Jahr 1994 waren Ehepaare bis zur Scheidung im Schnitt noch 12,0 Jahre verheiratet.

2024 wurden gut 129.300 Ehen geschieden und somit etwas mehr (+0,3 Prozent) als im Vorjahr, als der niedrigste Stand seit der deutschen Vereinigung erreicht wurde.

Gemessen an der Bevölkerung wird in Deutschland etwas häufiger geheiratet als im Durchschnitt der Staaten der Europäischen Union (EU): Im Jahr 2023 gab es hierzulande 4,3 Eheschließungen je 1.000 Einwohner, dies waren etwas mehr als im EU-Schnitt (4,0), so das Bundesamt. Die meisten Ehen je 1.000 Einwohner wurden laut EU-Statistikbehörde Eurostat 2023 in (5,8), (5,6) und (5,2) geschlossen. Die wenigsten Eheschließungen gab es in Bulgarien (3,4), (3,1) und Slowenien (3,0) – jeweils an ihrer Bevölkerung gemessen.

Siehe auch:  Ludwigsburg bietet kostenlose HIV- und Syphilis-Schnelltests an
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Standesamt (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • 2024 wurden in Deutschland 349.200 Ehen geschlossen, niedrigster Stand seit 1950
  • Durchschnittsalter bei erster Eheschließung: Frauen 32,9 Jahre, Männer 35,3 Jahre
  • 2024 wurden gut 129.300 Ehen geschieden, ein Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft: Ehepaare in Deutschland, ledige Personen, ältere Erwachsene
  • Zahl: 349.200 Eheschließungen 2024, 34,6 Millionen Verheiratete Ende 2024, 23,1 Millionen Ledige ab 18 Jahren
  • Zeitraum: Jahr 2024, Vergleich zu 1994, Trend der letzten 30 Jahre

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Niedrigste Zahl an Eheschließungen seit 1950
  • Anstieg der volljährigen ledigen Personen und deren Anteil an der Bevölkerung
  • Zunahme des Durchschnittsalters bei der ersten Eheschließung

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Keine Angabe
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)