Mercedes-Chef Källenius fürchtet politischen Rechtsruck

7. Februar 2026

Baden-Württemberg - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Herausforderungen in Deutschland

() – Mercedes-Chef Ola Källenius warnt vor einem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands und indirekt vor einer Machtübernahme durch die AfD.

entwickelt sich wirtschaftlich seit etwa 10 bis 15 Jahren in eine falsche Richtung“, sagte Källenius dem „Spiegel“. Wenn man das nicht drehe, „dann kommen die Populisten von rechts, die für nichts eine Lösung haben“.

Einen Grund für die Probleme sieht Källenius in der mangelnden Leistungsbereitschaft der Deutschen.

Es sei, „als ob man vor einer Fußball-WM sagt, wir trainieren genug, obwohl alle anderen doppelt so viel trainieren“. Jeder wisse, „dass man so nicht Weltmeister wird“.

Deutschland habe „mit die höchsten Arbeitskosten der Welt“. Jahrelang habe man das mit gesteigerter Produktivität wettmachen können, doch das reiche nicht mehr.

„Wir wollen keine asiatischen Verhältnisse in Deutschland, müssen aber bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wieder in eine Richtung gehen, dass sich Unternehmertum und Investitionen in Deutschland lohnen“, so der Mercedes-Chef. Sonst fließe das Kapital woandershin.

Källenius verteidigte das Recht auf Teilzeitarbeit, allerdings mit Einschränkungen.

„Teilzeit mit einem Sachgrund wie Kindererziehung oder Pflege ist ein wunderbares Instrument, viele Menschen konnten so von ihren Arbeitgebern gehalten oder in den Arbeitsmarkt zurückgeführt werden.“ Klar sei aber auch, dass die Deutschen „insgesamt wieder mehr arbeiten“ müssten, sonst gerate „unsere einzigartige Produktivitätsmaschine noch stärker ins Stocken“.

Auch mit Blick auf die europäische Industriepolitik forderte Källenius einen Kurswechsel.

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„Wir müssen weg von Verpflichtungen und Strafen und hin zu marktbasierten Anreizen sowie massiven Investitionen in die Infrastruktur“, sagte Källenius. Egal, ob es um die Chemie, den Stahl oder Autos gehe, mache Europa „überall die gleichen methodischen Fehler“ und verliere so „nach und nach seine ökonomische Stärke“.

Mit Blick auf die von der EU-Kommission geplante Lockerung des für 2035 geplanten Verbrenner-Aus sagte Källenius, man müsse anerkennen, „dass die EU erstmals die Tür für Technologieoffenheit geöffnet hat“.

Die Freude darüber sei aber „sehr schnell verflogen“. Man werde „kein Wachstum erzeugen, sondern den Markt verkleinern, solange man Vorschriften macht, was Konsumenten zu bestimmten Zeitpunkten zu denken und zu wollen haben“.

Darüber werde man in den nächsten Monaten mit dem Europäischen Rat und dem Parlament reden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ola Källenius (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Warnung vor wirtschaftlichem Niedergang Deutschlands und Machtübernahme durch die AfD
  • Meinung, dass Deutschland bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wettbewerbsfähiger werden muss
  • Forderung nach marktbasierten Anreizen in der europäischen Industriepolitik statt Verpflichtungen und Strafen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betroffen: deutsche Wirtschaft, Arbeitnehmer, europäische Industrie
  • Stärke: Auswirkungen auf Unternehmensinvestitionen, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit
  • Frist: bis 2035 (Verbrenner-Aus)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • wirtschaftlicher Niedergang Deutschlands seit 10-15 Jahren
  • mangelnde Leistungsbereitschaft der Deutschen, hoher Wettbewerbsdruck
  • hohe Arbeitskosten und notwendige Anpassungen bei Energie, Steuern und Arbeitskosten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Forderung nach einem Kurswechsel in der Industriepolitik weg von Verpflichtungen und Strafen hin zu marktbasierten Anreizen und Infrastrukturinvestitionen
  • Betonung, dass mehr Arbeitsbereitschaft der Deutschen erforderlich ist, um die Produktivität zu sichern
  • Gespräche mit dem Europäischen Rat und dem Parlament über Vorschriften und deren Auswirkungen auf den Markt
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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