Scharfe Kritik aus SPD an Dobrindt im Streit um Integrationskurse

19. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Streit um Integrationskurse in Berlin

() – In der SPD wächst der Ärger über den überraschenden Sparplan von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei Integrationskursen.

Der „Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer ist ohne Abstimmung mit der SPD-Bundestagsfraktion erfolgt“, heißt es in einem Schreiben der Fraktionsspitze an die Abgeordneten der SPD, über welches die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und der WDR berichten. „Wir halten diese Entscheidung integrations-, gesellschafts- und arbeitsmarktpolitisch für falsch“, kritisiert die Fraktion. Denn „für eine gelungene Integration und ein funktionierendes Migrationssystem“ seien die „unverzichtbar“.

Auch Innenpolitiker der Fraktion werden deutlich. „Dass das Innenministerium den Koalitionspartner bei einer solchen Entscheidung nicht einbindet, halte ich für ein Foul“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hakan Demir und gab sich kämpferisch. „Das letzte Wort ist in der Sache noch nicht gesprochen. Wir dürfen das nicht akzeptieren“, sagte Demir. Für die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt sei es von „besonderer Bedeutung, dass die Integrations- und Sprachkurse auch für freiwillige Teilnehmer geöffnet bleiben“, sagte auch SPD-Fraktionsvizechefin Sonja Eichwede.

In der Union bekommt der Innenminister dagegen Unterstützung. „Völlig zu Recht“ führe Dobrindt die Integrationsförderung zurück auf eine Selbstverständlichkeit, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU). Man müsse zielgerichtet diejenigen unterstützen, die eine Bleibeperspektive in haben. „Lange genug haben wir mit wahllosen Integrationsangeboten die falschen Signale an abgelehnte Asylbewerber gesendet, die die Pflicht haben, das Land zu verlassen“, so Schuster weiter.

Am Mittwochabend kam es zu einem vertraulichen Krisengespräch in größerer Runde. Danach allerdings hieß es, eine Lösung sei noch nicht in Sicht. SPD-Innen- und Haushaltspolitiker sollten mit der Führungsebene des Bundesinnenministeriums weiter ausloten, ob ein Kompromiss möglich ist. Im Kern heißt das: Ob anderswo im Ministerium so viel gespart werden kann, dass ein großer Teil der Integrationskurse erhalten bleibt. Dem überraschenden Plan Dobrindts zufolge wird die Teilnahme von Asylbewerbern, Geduldeten, zuletzt aus der zugezogenen Menschen sowie EU-Bürgern künftig nicht mehr im Regelfall von der öffentlichen Hand bezahlt. Aus dem Bundeshaushalt finanziert werden dann nur noch Kurse für Personen mit erfolgreichem Asylverfahren oder guter Bleibeperspektive.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Alexander Dobrindt (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer an Integrationskursen ohne Abstimmung mit der SPD-Bundestagsfraktion
  • Kritik der SPD-Fraktion an der Entscheidung, die als integrations- und arbeitsmarktpolitisch falsch betrachtet wird
  • Künftige Finanzierung nur für Personen mit erfolgreichem Asylverfahren oder guter Bleibeperspektive

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft: SPD-Bundestagsfraktion, Asylbewerber, Geduldete, zugezogene Menschen aus der Ukraine, EU-Bürger
  • Stärke: Einschränkung der Teilnahme an Integrationskursen für nicht anerkanntes Asyl
  • Frist: Entscheidung getroffen ohne Abstimmung, Lösung noch nicht in Sicht

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Ärger über den Sparplan von Dobrindt bei Integrationskursen
  • Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer ohne Abstimmung mit der SPD
  • Unterstützung für Dobrindts Ansatz aus der Union, Zielgerichtetheit bei Integrationsförderung

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • SPD-Innen- und Haushaltspolitiker erörtern mit dem Bundesinnenministerium mögliche Kompromisse zur Erhaltung der Integrationskurse.
  • Es wird geprüft, ob in anderen Bereichen des Ministeriums Einsparungen realisiert werden können, um die Integration zu unterstützen.
  • Der Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer an Integrationskursen wird weiterhin kritisch hinterfragt und als nicht akzeptabel betrachtet.

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