Städtetag fordert neuen Schwellenwert bei Kritis-Dachgesetz

5. März 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Sicherheit kritischer Infrastruktur in Deutschland

() – Im Ringen um das Kritis-Dachgesetz der Bundesregierung für mehr Sicherheit der kritischen Infrastruktur in drängt der Deutsche Städtetag auf eine umfassende Änderung.

Präsident Burkhard Jung (SPD) sagte der „Rheinischen Post“ (Donnerstag), in deutlich mehr Städten müssten die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur geschützt werden können. „Wir appellieren an den Bundesrat, für das Kritis-Dachgesetz den Vermittlungsausschuss anzurufen, um den geplanten Schwellenwert von 500.000 Einwohnern auf mindestens 150.000 herabzusetzen.“

Der Leipziger Oberbürgermeister erklärte weiter: „Brandanschläge auf Stromversorgung und Eisenbahnstrecken oder Cyberangriffe auf Rechenzentren zeigen, wie notwendig Krisenvorsorge und Schutzmaßnahmen sind.“ Deshalb sei es richtig, dass ein Kritis-Dachgesetz endlich angegangen werde. „Allerdings ist der pauschale Schwellenwert von 500.000 Einwohnern für die Einordnung zum Beispiel von Kraft- oder Wasserwerken als kritische Infrastruktur noch viel zu hoch.“

Niemandem leuchte ein, „warum Einrichtungen, die etwas kleiner sind, aber dennoch viele Menschen versorgen, nicht besonders geschützt werden sollen. Denn auch Anlagen mit einem kleineren Einzugsbereich können Ziel von Angriffen sein“, so Jung. Zwar sei eine Öffnungsklausel geplant. „Damit droht wieder ein Flickenteppich, wir brauchen aber eine wirksame bundesweite Regelung“, forderte Jung.

Anfang Februar hatte der Bundestag das Gesetz verabschiedet, es bedarf jedoch der Zustimmung des Bundesrates, der darüber am Freitag beraten wird. Die zuständigen Ausschüsse hatten bereits empfohlen, das Gesetz in der jetzigen Form abzulehnen.

Siehe auch:  DB InfraGo rechnet mit Jahrzehnt der Sanierungen
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Umspannwerk (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Deutscher Städtetag fordert Änderung des Kritis-Dachgesetzes zur Erhöhung des Schutzes kritischer Infrastruktur.
  • Schwellenwert für Schutzmaßnahmen soll von 500.000 auf 150.000 Einwohner herabgesetzt werden.
  • Bundestag hat das Kritis-Dachgesetz bereits verabschiedet, aber der Bundesrat muss zustimmen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Städten mit mindestens 150.000 Einwohnern
  • Region: Deutschland
  • Zeitrahmen: Gesetzesentwurf wurde Anfang Februar verabschiedet, Beratung im Bundesrat am Freitag

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Dringender Bedarf an mehr Schutz für kritische Infrastruktur in Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern
  • Notwendigkeit von Krisenvorsorge und Schutzmaßnahmen aufgrund von Angriffen auf Stromversorgung und Cyberinfrastruktur
  • Forderung nach bundesweiter Regelung statt einem Flickenteppich durch Öffnungsklausel

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Appell an den Bundesrat, den Vermittlungsausschuss für das Kritis-Dachgesetz anzurufen
  • Senkung des Schwellenwerts für kritische Infrastruktur von 500.000 auf mindestens 150.000 Einwohner
  • Forderung nach einer wirksamen bundesweiten Regelung statt Flickenteppich durch Öffnungsklauseln

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