Studie vorgestellt: Diskriminierung in Deutschland weit verbreitet
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaftliche Diskriminierung in Deutschland 2026
Berlin () – Diskriminierung ist in Deutschland offenbar weit verbreitet. Wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Dienstag unter Berufung auf Daten aus der Hauptbefragung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) mitteilte, haben mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren zu haben. Umgerechnet auf die erwachsene Bevölkerung entspricht das rund neun Millionen Menschen.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen. Menschen mit Migrationshintergrund berichten deutlich häufiger von Diskriminierung als Menschen ohne Migrationshintergrund. Besonders Muslime und Menschen, die von rassistischen Zuschreibungen betroffen sind, melden Diskriminierungserfahrungen. Auch Frauen, trans- und inter-geschlechtliche sowie nicht-binäre Personen, Menschen mit Behinderungen oder chronisch Erkrankte erleben überdurchschnittlich häufig Diskriminierung.
Die Studie zeigt zudem die Folgen von Diskriminierung auf: Betroffene berichten von schlechterer Gesundheit, geringerer Lebenszufriedenheit, psychischer Belastung und einem sinkenden Vertrauen in den Staat. Gleichzeitig sieht die Mehrheit der Betroffenen (56 Prozent) offenbar keinen Sinn darin, gegen Benachteiligungen aktiv zu werden. Das deutet auf ein mangelndes Vertrauen in den gesetzlichen Diskriminierungsschutz hin.
Diskriminierung findet der Befragung zufolge in nahezu allen Lebensbereichen statt, besonders oft im öffentlichen Raum, beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, im Arbeitsleben, im Gesundheits- und Pflegebereich, in der Schule, im Kontakt mit Behörden und Polizei sowie bei der Wohnungs- und Haussuche statt.
Die Studie zeigt, dass Diskriminierung oft in Bereichen stattfindet, in denen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) kaum oder gar nicht schützt – etwa auf der Straße oder beim Kontakt mit dem Staat. So berichtet fast jede fünfte Person von Benachteiligungen durch Ämter, Behörden oder Polizei. Auch Menschen mit geringen Einkommen, ohne deutschen Pass oder Personen, die ihre Angehörigen pflegen oder Kinder betreuen, sind besonders gefährdet, diskriminiert zu werden.
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert deshalb, die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des AGG zügig umzusetzen. Außerdem bräuchten Betroffene mehr Unterstützung, um gegen Diskriminierung auch tatsächlich vorgehen zu können: „Viele Menschen machen Diskriminierung mit sich allein aus – auch weil es zu wenig Beratung gibt, die rechtliche Lage nicht bekannt ist und das Recht es Menschen oft schwer macht, sich zu wehren. Wir brauchen deshalb mehr Unterstützung, Aufklärung und Sensibilisierung. Es ist höchste Zeit, die Menschen in Deutschland besser vor Diskriminierung zu schützen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vorstellung einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes am 10.03.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- 13 Prozent der Menschen in Deutschland haben in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren.
- Besondere Benachteiligung erfahren Menschen mit Migrationshintergrund, Muslime, sowie trans- und inter-geschlechtliche Personen.
- Antidiskriminierungsbeauftragte fordert zügige Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene: mehr als 13% der Menschen in Deutschland, ca. 9 Millionen Erwachsene
- Zielgruppen: Menschen mit Migrationshintergrund, Muslime, Frauen, trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Personen, Menschen mit Behinderungen, chronisch Erkrankte, Menschen mit geringem Einkommen
- Regionen: Deutschland, insbesondere im öffentlichen Raum, beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, im Arbeitsleben, Gesundheit, Schule, Behörden, Wohnungs- und Haussuche, Fristen: Reform des AGG wurde im Koalitionsvertrag angekündigt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Über 13 Prozent der Deutschen haben in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren.
- Besonders häufig berichten Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen, trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Personen von Diskriminierung.
- Diskriminierung tritt oft in Bereichen auf, die vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz kaum geschützt sind, wie im öffentlichen Raum und im Kontakt mit Behörden.
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) umsetzen
- Mehr Unterstützung und Beratung für Betroffene anbieten
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