Neobroker drängen ETF-Anbieter zu Bestandsprovisionen
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft: Neobroker und ETF-Gebühren in Berlin
Berlin () – Das ETF-Depot war lange eine provisionsfreie Zone, nun wollen Neobroker offenbar an den Gebühren der ETF-Anbieter mitverdienen. Die Finanzaufsicht Bafin habe entsprechende Versuche bestätigt, berichtet die FAZ. „Der Bafin ist bekannt, dass einzelne Intermediäre versuchen, auch mit ETF-Anbietern Vereinbarungen über Bestandsprovisionen zu schließen.“
Bestandsprovisionen wären ein Novum bei ETF (Exchange Traded Funds), die bislang – anders als viele aktive Fonds – keine laufenden Vertriebsvergütungen an Depotbanken und Broker zahlen. „Bestandsprovisionen sind gerade ein Riesenthema“, sagte Ali Masarwah, Fondsanalyst und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Envestor, der FAZ. „Das wäre ein Tabubruch in der ETF-Welt“, fügte er hinzu und warnte: „Das wäre für die Neos der Irrweg, den Fonds vor 30 Jahren verfolgt haben.“
Auslöser ist der erwartete Wegfall einer wichtigen Einnahmequelle der Neobroker: Ab 30. Juni dürfen Broker für die Weiterleitung von Kundenaufträgen keine Zahlungen mehr von Handelsplätzen annehmen. Trade Republic erklärte, man kommentiere vertragliche Vereinbarungen nicht, „unabhängig davon fließt jegliche Form der Vergütung konsequent in die Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung unserer Plattform“, teilte das Unternehmen mit. Große ETF-Anbieter wie DWS (Xtrackers), Blackrock (iShares) und J.P. Morgan Asset Management wollten sich dazu nicht äußern.
Andreas Hackethal, Professor für Finanzen am Frankfurter Leibniz-Institut SAFE, hält Befürchtungen steigender Kosten für Anleger für überzogen: „ETF-Anbieter können im harten Wettbewerb die Gesamtkostenquote nicht beliebig nach oben fahren.“ Neobroker könnten demnach auch andere Ertragsquellen ausbauen – etwa eigene Handelsplätze oder eigene Produkte.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Frankfurter Börse (Archiv) |
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- Bafin bestätigt Versuche von Neobrokern, Vereinbarungen über Bestandsprovisionen mit ETF-Anbietern zu schließen
- Neobroker müssen alternative Ertragsquellen finden, da Zahlungen für die Weiterleitung von Kundenaufträgen ab 30. Juni verboten sind
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