Ifo: Regierung hat neue Schulden größtenteils zweckentfremdet

17. März 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: BIP und Schuldenpolitik in München

() – Nach Berechnungen des Ifo-Instituts hat die Regierung die im Jahr 2025 aufgenommenen neuen Schulden zu 95 Prozent nicht für zusätzliche Infrastrukturinvestitionen eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Instituts zur Nutzung des Sondervermögens für Klimaneutralität und Infrastruktur (SVIK).

„Wir haben festgestellt, dass die Politik die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollständig für andere Zwecke, also zum Stopfen von Haushaltslöchern, genutzt hat. Das ist ein großes Problem. Die zusätzlich aufgenommenen Schulden sollten für zusätzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stützen“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

In den Daten zeigt sich, dass die Schuldenaufnahme im Jahr 2025 im Rahmen des SVIK um 24,3 Milliarden Euro erhöht wurde. Die tatsächlichen Investitionen des Bundes lagen aber nur um 1,3 Milliarden Euro über den Investitionen von 2024. Damit ergibt sich eine Lücke von 23 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden, die nicht in zusätzliche Investitionen geflossen sind.

Die Zweckentfremdung ergibt sich dadurch, dass die Regierung die Investitionssumme im Kernhaushalt 2025 gegenüber 2024 reduziert hat: „Es kam zu Verschiebungen einzelner Posten vom Kernhaushalt in das kreditfinanzierte SVIK. Dazu gehören insbesondere Zuschüsse im Verkehrsbereich, weshalb im Kernhaushalt weniger investiert wurde als in den Vorjahren. Ein großer Teil der Investitionen im Sondervermögen ist deshalb nicht zusätzlich“, sagte Emilie Höslinger, Forscherin am Ifo-Zentrum für Makroökonomik und Befragungen.

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Nicht statthaft ist laut Institut das Argument, dass es wegen langwieriger Gesetzgebungsverfahren oder realwirtschaftlicher Engpässe zu einem verzögerten Abfluss der Mittel kam, denn dann hätten auch die Schulden nicht so stark ansteigen dürfen. „Die Bundesregierung hat in Zukunft die Möglichkeit, die Quote der Zweckentfremdung zu senken. Dazu müssten vor allem die Investitionsausgaben im Kernhaushalt erhöht werden, sonst kann man auch weiterhin nicht von zusätzlichen Investitionen sprechen“, sagte Max Lay, Fachreferent am Ifo-Zentrum für Finanzwissenschaft.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Schuldenuhr (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • 95 Prozent der im Jahr 2025 aufgenommenen Schulden wurden nicht für Infrastrukturinvestitionen genutzt.
  • Schuldenaufnahme von 24,3 Milliarden Euro, jedoch nur 1,3 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen.
  • Regierung könnte Zweckentfremdung der Mittel senken durch Erhöhung der Investitionsausgaben im Kernhaushalt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft die Bundesregierung und die Investitionspolitik
  • 2025: 95% der neuen Schulden (24,3 Milliarden Euro) nicht für Infrastrukturinvestitionen genutzt
  • Lücke von 23 Milliarden Euro an nicht-internen zusätzlichen Investitionen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • 95 Prozent der neuen Schulden wurden nicht für Infrastrukturinvestitionen verwendet.
  • Nutzung der schuldenfinanzierten Mittel zum Stopfen von Haushaltslöchern.
  • Reduktion der Investitionssumme im Kernhaushalt 2025 im Vergleich zu 2024.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Erhöhung der Investitionsausgaben im Kernhaushalt
  • Reduzierung der Zweckentfremdung der Schuldenaufnahme
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