Berliner Arbeitshilfe soll Versorgung nach Vergewaltigung verbessern

23. April 2026

Berlin - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitsversorgung in Berlin: Unterstützung für Opfer

() – Der Runde Tisch Berlin „Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt“ hat eine neue Arbeitshilfe für Ärzte verabschiedet, die die klinische Versorgung von Frauen nach einer Vergewaltigung stärken soll. Das teilte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege mit.

Die Handlungsempfehlung zielt darauf ab, Unsicherheiten bei der sogenannten kriminologischen Indikation abzubauen – also dem Schwangerschaftsabbruch nach einer Vergewaltigung.

Die Arbeitshilfe enthält unter anderem eine verständliche Darstellung der Rechtslage, Empfehlungen für eine traumainformierte Gesprächsführung sowie konkrete Hinweise zur Ausstellung der Indikation. Zudem wird ein praxisnaher Vordruck bereitgestellt.

Hintergrund ist, dass bundesweit im Jahr 2024 nur 40 Schwangerschaftsabbrüche nach kriminologischer Indikation durchgeführt wurden, obwohl Studien zufolge bis zu fünf Prozent der Betroffenen einer Vergewaltigung schwanger werden. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2025 bundesweit über 14.400 Fälle von sexueller Nötigung, Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen erfasst.

Gesundheitssenatorin Ina Czyborra betonte, Berlin sei das erste Bundesland, das Ärzten eine solche Handlungsunterstützung biete.

Bei einer kriminologischen Indikation sei der Abbruch nicht rechtswidrig, werde von der Krankenkasse finanziert und es entfielen die verpflichtende Beratung sowie die dreitägige Wartefrist. „Opfer von sexualisierter Gewalt sollten in ihrer ohnehin schon schwierigen Lage Entlastung erfahren und keine zusätzlichen Hürden und Wege bewältigen müssen“, so Czyborra. Die Senatsverwaltung will die Verbreitung der Handlungsempfehlung aktiv begleiten.

Siehe auch:  Schwerer Motorradunfall in Marsberg

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Neue Arbeitshilfe für Ärzte zur klinischen Versorgung von Frauen nach Vergewaltigung verabschiedet.
  • Empfehlungen zur traumainformierten Gesprächsführung und zur Ausstellung der Indikation enthalten.
  • 2024 nur 40 Schwangerschaftsabbrüche nach kriminologischer Indikation in Deutschland durchgeführt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: Ärzte
  • Region: Berlin
  • Zahlen: 40 Schwangerschaftsabbrüche nach kriminologischer Indikation in 2024; über 14.400 Fälle von sexueller Nötigung, Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen in 2025

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Stärkung der klinischen Versorgung von Frauen nach Vergewaltigung
  • Abbau von Unsicherheiten bei der kriminologischen Indikation (Schwangerschaftsabbruch)
  • Geringe Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen trotz hoher Inzidenz von Vergewaltigungen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Verabschiedung einer neuen Arbeitshilfe für Ärzte zur Stärkung der Versorgung von Frauen nach Vergewaltigung
  • Bereitstellung von Empfehlungen für traumainformierte Gesprächsführung und praxisnahen Vordruck
  • Aktive Begleitung der Verbreitung der Handlungsempfehlung durch die Senatsverwaltung
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)