EU-Staatsanwaltschaft drängt Ungarn zu rascher Korruptionsaufarbeitung
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Ungarn: Korruptionsaufarbeitung im Fokus der EU
Budapest () – Der designierte Europäische Generalstaatsanwalt Andrés Ritter mahnt Ungarns künftige Regierung zu schnellem Handeln bei der Aufarbeitung möglicher Korruption aus der Orbán-Ära.
Was man nicht möglichst schnell sichere – sowohl an Beweisen als auch an kriminell erlangtem Vermögen -, werde man später kaum noch bekommen, sagte Ritter der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). Der künftige ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hatte angekündigt, der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) beizutreten. Die Behörde klärt Straftaten zulasten des EU-Budgets auf, darunter Subventions- und Zollbetrug, Mehrwertsteuerhinterziehung und Korruption. In Ungarn geht es vor allem um den Verdacht, dass sich Freunde und Verwandte Orbáns systematisch EU-Fördergelder erschlichen haben sollen, etwa über staatliche Agrarflächen, Baufirmen und überhöhte Budgets bei öffentlichen Ausschreibungen.
Ritter sagte dazu, aus den Erfahrungen der Vergangenheit bestehe der stark begründete Verdacht, dass Misswirtschaft auch zur Bereicherung von Amtsträgern und Angehörigen dieser Regierung geführt habe. Zentral sei, die Zuständigkeit der EU-Ermittler auch rückwirkend zu ermöglichen, konkret zum 1. Juni 2021. Zu diesem Zeitpunkt war die damals neu gegründete EPPO operativ tätig geworden. Zudem brauche es einen echten Mitarbeitswillen seitens der ungarischen Behörden.
Eine schlagkräftige Einheit in Ungarn aufzubauen, werde sowohl für die neue ungarische Regierung als auch für die EU insgesamt eine Frage der Glaubwürdigkeit sein, sagte Ritter. Er verwies zugleich auf fehlende Mittel seiner Behörde: Die Europäische Staatsanwaltschaft sei von Anfang an nicht ausreichend finanziert und ausgestattet worden. Um den Beitritt Ungarns schnell vorzubereiten, schlug Ritter eine Taskforce zwischen Magyar und der EPPO vor.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Péter Magyar (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Ungarns künftige Regierung muss schnell bei der Aufarbeitung von Korruption aus der Orbán-Ära handeln.
- Péter Magyar plant den Beitritt Ungarns zur Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO).
- Ritter schlägt eine Taskforce zwischen Magyar und der EPPO zur Vorbereitung des Beitritts vor.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- betrifft Ungarns zukünftige Regierung unter Péter Magyar
- Zielgruppe: Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO), EU-Bürger, und amp; Behörden
- Frist: rückwirkende Zuständigkeit ab 1. Juni 2021
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Dringender Handlungsbedarf zur Aufarbeitung möglicher Korruption aus der Orbán-Ära
- Verdacht auf systematisches Erschleichen von EU-Fördergeldern durch Orbáns Umfeld
- Fehlende Finanzierung und Ausstattung der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO)
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Ungarns künftige Regierung soll schnell handeln bei Aufarbeitung möglicher Korruption aus der Orbán-Ära.
- Beitritt Ungarns zur Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) anstreben.
- Taskforce zwischen der ungarischen Regierung und der EPPO zur schnellen Vorbereitung des Beitritts vorschlagen.
- Gebäudebrand im Gewerbegebiet Gundelfingen - 3. Mai 2026
- Explosion in Gullischacht in Oldenburg - 3. Mai 2026
- Ermittlungen nach mutmaßlichem Tötungsdelikt in Niederscheld - 3. Mai 2026
