Sportökonom bemängelt Olympia-Kostenschätzung des Berliner Senats
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Bedenken zur Olympiabewerbung Berlin
Berlin () – Der Sportökonom Norbert Schütte hat die Kostenschätzung des Berliner Senats für eine mögliche Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele kritisiert. Es werde zwar behauptet, dass es sich für Berlin lohne beziehungsweise dass Berlin es stemmen könne, aber es werde nicht mit Zahlen belegt, sagte Schütte dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagausgabe).
Der Berliner Senat hatte am Dienstag sein Bewerbungskonzept für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt und dabei auch ein Finanzierungskonzept präsentiert. In diesem wird zwischen Durchführungskosten, Investitionskosten und öffentlichen Dienstleistungen unterschieden.
Insbesondere den zweiten Punkt kritisiert Schütte, der am Institut für Sportwissenschaft der Universität Mainz lehrt. Insgesamt scheine ihm die Investition in Sportstätten und Infrastruktur recht klein zu sein, sagte Schütte. Er fürchte auch, dass bei der aktuellen politischen Lage von größeren inflationären Schüben auszugehen sei.
Für Investitionen in die Infrastruktur sieht das Konzept des Senats 1,59 Milliarden Euro vor. Rund eine halbe Milliarde soll in die Verkehrsinfrastruktur fließen, 227 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Wettkampfstätten. Darunter fällt unter anderem der Umbau des Sommerbads im Olympiapark, dessen Becken erweitert werden müsste und das ein Dach bekommen soll.
Die reinen Durchführungskosten der Olympischen Spiele sollen laut Senat bei 4,82 Milliarden Euro liegen. Sie sollen komplett über Ticketverkäufe, Sponsoring und Vermarktung finanziert werden. Das deckt sich mit Erfahrungen von den Spielen in Paris 2024, bei denen laut Veranstaltungskomitee ein Plus von 76 Millionen Euro erwirtschaftet wurde.
Zum dritten Kostenblock, den öffentlichen Dienstleistungen wie Sicherheit oder Verwaltungsaufwendungen, finden sich im Konzept des Senats keine Angaben. Die Kosten hingen „in erheblichem Maße von der konkreten Ausgestaltung der Spiele sowie von einer Reihe operativer Rahmenbedingungen ab, die erst im weiteren Planungsprozess festgelegt werden können“, hieß es. Bei den Spielen in Paris lagen allein die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen laut des französischen Rechnungshofs bei 1,4 Milliarden Euro.
Bewerber wollten die Spiele der Bevölkerung als finanzierbar verkaufen, sagte Schütte. Daher würden sie nicht vorsichtig kalkulieren, sondern am unteren Rand des scheinbar Realistischen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Olympiastadion (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Kritik an Kostenschätzung des Berliner Senats für Olympische Spiele 2036/2040/2044
- Investitionen in Infrastruktur sind mit 1,59 Milliarden Euro eher gering angesetzt; davon fließen 500 Millionen Euro in Verkehrsinfrastruktur
- Durchführungskosten von 4,82 Milliarden Euro sollen durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Vermarktung gedeckt werden
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene: Berliner Senat, Sportökonom Norbert Schütte
- Zielgruppen: Bevölkerung Berlins, Politiker, Sportveranstalter
- Zeiträume: Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040, oder 2044; Investitionen von 1,59 Milliarden Euro; Durchführungskosten von 4,82 Milliarden Euro
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Kritik an Kostenschätzung des Berliner Senats
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Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Vorstellung des Bewerbungskonzepts für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044
- Planung von Investitionen in Infrastruktur in Höhe von 1,59 Milliarden Euro
- Durchführungskosten sollen über Ticketverkäufe, Sponsoring und Vermarktung finanziert werden
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