Bund und Länder planen große Staatsreform
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Verwaltungserneuerung in Deutschland: Föderale Agenda
Berlin () – Mit einer „föderalen Modernisierungsagenda“ wollen Bund und Länder die staatliche Verwaltung und öffentliche Organisation in Deutschland „grundlegend und übergreifend“ erneuern. So steht es in einem 68-seitigen Entwurf eines Plans, der auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen werden soll und über den das „Handelsblatt“ berichtet. Der Staat und die Verwaltung seien „zu bürokratisch, träge und wenig lösungsorientiert“, heißt es in der Agenda. Die übermäßige Bürokratie sei ein „Wohlstandsrisiko für unser Land“.
In dem Papier werden 338 Maßnahmen aufgelistet, die Bürger und Unternehmen entlasten sollen. So sollen ältere Menschen keinen neuen Personalausweis mehr beantragen müssen. „Personalausweise für Staatsbürger, die nach dem 70. Lebensjahr ausgestellt werden, sollen künftig unbefristet Gültigkeit haben“, heißt es in dem Papier. Das Gesetz werde bis zum 30. Juni 2026 entsprechend angepasst.
Bund und Länder wollen zudem „alle Berichts- und Auskunftspflichten zulasten der Wirtschaft auf den Prüfstand stellen“. Bei allen soll bis Ende 2026 „kritisch“ überprüft werden, ob sie notwendig sind „mit dem Ziel, mindestens die Hälfte dieser Pflichten abzuschaffen“. Bund und Länder verständigten sich auf eine „aufwandsarme Umsetzung von Europarecht“, heißt es in dem Papier. „Maßgaben des Unionsrechts werden ohne zusätzliche Lasten oder Pflichten für die Adressaten umgesetzt, also grundsätzlich 1:1.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundestag (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Bund und Länder verabschieden eine föderale Modernisierungsagenda zur Erneuerung der staatlichen Verwaltung.
- Personalausweise für Staatsbürger ab 70 Jahren sollen unbefristet gültig sein; Gesetzesänderung bis zum 30. Juni 2026.
- Ziel ist es, bis Ende 2026 mindestens die Hälfte aller Berichts- und Auskunftspflichten für Unternehmen abzuschaffen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- betrifft Bürger, Unternehmen und ältere Menschen
- Gesetz zur unbefristeten Gültigkeit von Personalausweisen bis zum 30. Juni 2026
- Ziel, bis Ende 2026 mindestens die Hälfte der Berichts- und Auskunftspflichten abzuschaffen
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Bund und Länder wollen Verwaltung modernisieren, um Bürokratie abzubauen
- Übermäßige Bürokratie wird als Wohlstandsrisiko angesehen
- Einführung unbefristeter Personalausweise für Personen über 70 Jahre zur Entlastung
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Einführung unbefristeter Gültigkeit für Personalausweise ab 70 Jahren bis zum 30. Juni 2026
- Überprüfung aller Berichts- und Auskunftspflichten der Wirtschaft bis Ende 2026 mit dem Ziel, mindestens die Hälfte abzuschaffen
- Umsetzung von Europarecht ohne zusätzliche Lasten oder Pflichten für die Adressaten
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