Vereitelter Mordanschlag: Beck will härtere Gangart gegenüber Iran

21. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Aufruf zur Härte gegenüber Iran

() – Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hat die Bundesregierung nach dem vereitelten Mordanschlag gegen ihn zu einer härteren Gangart gegenüber dem aufgefordert. Alles Gerede von Staatsräson sei „leeres Gewäsch, wenn man den Iran weiter hätschelt und tätschelt“, sagte Beck dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag.

Er habe von dem Anschlagsversuch im letzten Sommer erfahren. „Und danach hatte ich auch sechs Wochen eine der höchsten Stufen des Personenschutzes, die man im Land so anbieten kann. Ein Weg zum Mülleimer war ohne Polizeibegleitung nicht möglich“, so Beck.

Er sei erleichtert gewesen, als man dann den Verdächtigen und dessen Komplizen festgenommen habe, aber er habe lange Zeit nicht gewusst, wie akut die Gefahr wirklich gewesen sei. „Das habe ich gestern erst von einem Reporter der „Bild-Zeitung“ erfahren, dass offensichtlich schon eine Pistole zu meiner Ermordung beschafft worden war.“

Grundsätzlich sei bekannt, dass der Iran auf deutschem Gebiet Juden, jüdische Einrichtungen und -Freunde „als Target hat und auch regelmäßig immer wieder angreift und das leider konsequenzenlos für die deutsche Außenpolitik bleibt“, so Beck. Er erwarte jetzt aber, dass die deutsche Politik endlich konsequent handele und auch den iranischen Botschafter ausweise. „Es kann doch nicht sein, dass hier jemand über seine Botschaft und seine Mittelsmänner in Killer anheuert gegen deutsche Staatsbürger, gegen den Zentralratspräsidenten, mich.“

Er fragte, was das Gerede von „die Sicherheit des jüdischen Lebens ist unverhandelbar“ und der deutschen „Staatsräson“ solle. „Das ist alles leeres Gewäsch, wenn man den Iran weiter hätschelt und tätschelt, wie man es in den letzten Jahrzehnten getan hat und wie man es jetzt weiter tut.“

Siehe auch:  Nouripour will mehr "Beinfreiheit" für Grünen-Spitze

Besonders empört zeigte sich Beck über den deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU), weil der sich abschätzig über die Relevanz des israelischen Geheimdienstes geäußert hatte. „Dem Außenminister Wadephul möchte ich gerne ins Stammbuch schreiben, der im letzten Jahr behauptet hat, wir seien auf israelische Geheimdienstinformationen nicht angewiesen: Ohne israelische Geheimdienstinformationen wäre ich vermutlich tot – und ich wäre womöglich nicht der Einzige.“

Vor dem Oberlandesgericht in Hamburg waren zwei Männer angeklagt worden, denen vorgeworfen wird, im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden Anschläge in Berlin geplant zu habe. Ein aus stammender Däne soll in der Hauptstadt jüdische Einrichtungen ausgekundschaftet haben und die Ermordung von Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, sowie dem DIG-Vorsitzenden Volker Beck geplant haben.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Volker Beck und Daniel Botmann (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Volker Beck fordert von der Bundesregierung härtere Maßnahmen gegen den Iran.
  • Anschlagsversuch auf Beck im letzten Sommer; er erhielt sechs Wochen Personenschutz.
  • Beck verlangt Ausweisung des iranischen Botschafters aufgrund von Mordaufträgen gegen deutsche Staatsbürger.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind jüdische Einrichtungen und Personen in Deutschland, insbesondere Volker Beck und Josef Schuster
  • Anschlagsversuch wurde im letzten Sommer vereitelt, Beck hatte sechs Wochen Personenschutz
  • Zwei Angeklagte stehen vor dem Oberlandesgericht Hamburg, beschuldigt im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden gehandelt zu haben

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach konsequenterer Haltung der Bundesregierung gegenüber dem Iran
  • Bekanntheit von Angriffen des Iran auf jüdische Einrichtungen und Personen in Deutschland
  • Geplante Mordanschläge im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Ausweisung des iranischen Botschafters fordern
  • Konsequente Maßnahmen gegen Anschläge auf Juden und Israel-Freunde
  • Kritik an der bisherigen Haltung der deutschen Außenpolitik gegenüber dem Iran
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH