Intensivmediziner befürworten Ausweitung der Grippe-Impfempfehlung

3. Dezember 2025

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheit: Impfdebatte in Deutschland

() – Intensivmediziner drängen angesichts einer erwarteten frühen Grippewelle auf eine Ausweitung der Impfempfehlung in . Auf dem Jahreskongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) in forderte Divi-Präsident Florian Hoffmann die Ständige Impfkommission (Stiko) auf, die Influenza-Impfung künftig allen Menschen ab sechs Monaten zu empfehlen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Die Stiko empfiehlt die Grippe-Impfung derzeit für Menschen ab 60 Jahren und Risikogruppen. Eigene Daten der Intensivmediziner-Vereinigung zeigen, dass in der vergangenen Saison viele Kinder schwer an Influenza erkrankten – darunter viele ohne Vorerkrankungen. Insgesamt seien von Januar bis Mai etwa 135.000 Menschen wegen der Grippe im Krankenhaus behandelt worden, darunter knapp 30.000 Minderjährige. 500 Kinder und Jugendliche mussten laut Divi beatmet werden, 82 seien gestorben.

Die Intensivmediziner sehen Kinder und Jugendliche nicht nur als besonders gefährdet, sondern auch als wesentliche Treiber der Infektionsketten. Eine breitere Impfkampagne könne deshalb über den Schutz der Kinder hinaus dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus in Familien und Schulen einzudämmen. Hoffmann kritisierte die bislang niedrigen Impfquoten in Deutschland und sprach von einem deutlich unterschätzten Virus, das sicher „kein Schnüpfchen“ sei.

Doch der Vorstoß ist umstritten. Die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Nicole Töpfner, sagte, die meisten gesunden Kinder und Jugendlichen überstünden eine Grippe gut. Eine allgemeine Impfempfehlung für alle halte die DGPI deshalb für nicht zwingend. Vorrangig sei der Schutz von Risikogruppen und deren Kontaktpersonen. Eltern gesunder Kinder könnten sich auch ohne Stiko-Empfehlung dazu entscheiden, ihre Kinder impfen zu lassen.

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Auch die Stiko äußerte sich zurückhaltend. Berit Lange, Vorsitzende der AG Influenza, sagte, man befinde sich zwar bereits im Anstieg der Grippewelle, aber im erwartbaren Rahmen. Eine Abweichung vom üblichen Verfahren zur Anpassung von Empfehlungen sei daher derzeit nicht vorgesehen. Das Thema habe jedoch in der Stiko hohe Priorität, und man arbeite „so schnell wie möglich“ an der Bewertung der verfügbaren Daten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Impfung (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Intensivmediziner fordern Influenza-Impfung für alle ab sechs Monaten in Deutschland.
  • Derzeit empfiehlt die Stiko die Grippe-Impfung nur ab 60 Jahren und für Risikogruppen.
  • Stiko plant keine kurzfristige Anpassung der Impfempfehlungen, arbeitet aber an einer Bewertung der Daten.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: alle Menschen ab sechs Monaten, insbesondere Kinder und Jugendliche sowie Risikogruppen
  • Regionen: Deutschland, speziell während der Grippewelle
  • Zahlen: 135.000 Menschen im Krankenhaus, 30.000 Minderjährige, 500 beatmete Kinder, 82 Todesfälle, Impfquote derzeit niedrig

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Dringender Aufruf zur Ausweitung der Grippe-Impfempfehlung auf alle ab sechs Monaten
  • Hohe Zahl an schweren Erkrankungen und Hospitalisierungen von Kindern und Jugendlichen in der vergangenen Grippesaison
  • Niedrige Impfquoten in Deutschland und Kinder als Treiber von Infektionsketten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Drängen auf Ausweitung der Impfempfehlung für alle Menschen ab sechs Monaten
  • Hohe Priorität für die Bewertung der verfügbaren Daten durch die Ständige Impfkommission
  • Kritik an niedrigen Impfquoten und Notwendigkeit einer breiteren Impfkampagne

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