Volksbank warnt vor Vergesellschaftung von Wohnungen
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Immobilienpolitik und ihre Folgen in Berlin
Berlin () – Carsten Jung, der Vorstandsvorsitzende der Berliner Volksbank, warnt vor der Debatte um die Vergesellschaftung privater Wohnungskonzerne im Berliner Wahlkampf.
Die Vergesellschaftung wäre ein gefährlicher Präzedenzfall, sagte der Chef einer der größten deutschen Genossenschaftsbanken der Wochenzeitung „Die Zeit“. Sie würde ökonomische Verwerfungen nach sich ziehen, die weit über den Berliner Immobilienmarkt hinausgingen und das Investitionsklima in ganz Deutschland schädigen. Zudem schaffe sie nicht mal neuen Wohnraum.
Im September wird das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Sogenannter „bezahlbarer Wohnraum“ ist das dominierende Thema im Wahlkampf. Die Partei „Die Linke“ ist für eine „Vergesellschaftung“, also Enteignung privater Wohnungskonzerne, die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ plant, per Volksentscheid einen eigenen Gesetzesentwurf durchzusetzen.
Dieser sieht einen Wegfall der Grundpfandrechte bei bis zu 220.000 betroffenen Wohnungen vor, die zu großen Teilen auf Kredit finanziert sein dürften. Ohne die Grundpfandrechte müssten die Banken Kredite in Milliardenhöhe sofort zurückfordern, sagte Jung. Da die Wohnungsunternehmen aber zudem auch nur eine niedrige Entschädigung bekommen sollen, könnte das für einige von ihnen die Insolvenz bedeuten.
Der mögliche Vertrauensverlust könnte nach Jungs Ansicht auch Auswirkungen auf den Berliner Haushalt haben: Eine Vergesellschaftung könnte wahrscheinlich Folgen für das Rating und damit für die künftige Refinanzierung des jetzt schon überlasteten Haushalts haben. Das Land Berlin müsste für neue Schulden wohl höhere Aufschläge bezahlen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wohnungen bei Anbruch der Dunkelheit (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Carsten Jung warnt vor der Vergesellschaftung privater Wohnungskonzerne in Berlin.
- Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ plant einen Volksentscheid zur Enteignung.
- Eine Vergesellschaftung könnte zu einem Vertrauensverlust führen, was den Berliner Haushalt und die Refinanzierungskosten beeinflussen könnte.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Zielgruppe: private Wohnungskonzerne, Banken, Berliner Bevölkerung
- Region: Berlin, Auswirkungen auf ganz Deutschland
- Fristen: Wahl im September, mögliche Insolvenz bei sofortiger Rückforderung von Krediten
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Warnung vor ökonomischen Verwerfungen über den Berliner Immobilienmarkt hinaus
- Risiko eines schädlichen Investitionsklimas in Deutschland
- Vergesellschaftung schafft keinen neuen Wohnraum
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Vorbereitung auf die Wahl im September mit Fokus auf bezahlbaren Wohnraum
- Prüfung der Initiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" für einen Volksentscheid
- Analyse möglicher wirtschaftlicher Auswirkungen der Vergesellschaftung auf den Berliner Haushalt
- Bewaffneter Raubüberfall auf Wettbüro in Mannheim - 3. Juni 2026
- Mann in Steglitz-Zehlendorf nach Steinwurf auf Fahrzeuge festgenommen - 3. Juni 2026
- CDA kritisiert DGB-Demo vor Gipfel im Kanzleramt - 3. Juni 2026
