Linke kritisiert unklare Datenlage bei psychiatrischer Krisenhilfe in Thüringen

23. Dezember 2025

Regional - Thüringen - aktuelle Fakten und Einordnung

Psychiatrische Krisenhilfe in Thüringen unter Druck

() – Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag, Lena Saniye Güngör, hat der Landesregierung vorgeworfen, keine belastbaren Daten zur psychiatrischen Krisenhilfe vorlegen zu können. Das teilte die Abgeordnete mit Bezug auf Antworten des Sozialministeriums auf ihre Kleine Anfrage mit.

Demnach liege ein Positionspapier zum psychiatrischen Krisendienst seit 2022 vor, doch habe weder eine flächendeckende 24/7-Krisenhilfe noch eine verlässliche Datengrundlage für Planung und Kontrolle.

Besonders deutlich würden die Probleme an einem Beispiel aus dem Saale-Orla-Kreis, so Güngör. In einer Tabelle der Regierungsantwort seien für 2020 insgesamt 55 Unterbringungskontakte ausgewiesen, in einer weiteren Tabelle derselben Antwort stünden für denselben Kreis und dasselbe Jahr jedoch 1.560 Kontakte außerhalb der regulären Dienstzeit.

Diese widersprüchlichen Zahlen seien weder erklärungs- noch korrekturbedürftig und zeigten, dass politische Steuerung zur Fassade werde.

Güngör kündigte an, einen Antrag zur Etablierung eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes vorzubereiten. Dieser soll eine rund um die Uhr erreichbare Hotline und regionale mobile Teams umfassen.

Parallel fordert sie das Sozialministerium auf, bis Mitte 2026 einen verbindlichen Erfassungsstandard vorzulegen und quartalsweise zu berichten.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Klinik für Psychiatrie (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Thüringer Landesregierung hat keine belastbaren Daten zur psychiatrischen Krisenhilfe vorgelegt.
  • Antrag zur Etablierung eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes wird vorbereitet.
  • Sozialministerium soll bis Mitte 2026 verbindlichen Erfassungsstandard vorlegen und quartalsweise berichten.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: Landesregierung Thüringen
  • Zielgruppe: Psychiatrische Krisenhilfe für alle Betroffenen in Thüringen
  • Frist: Bericht bis Mitte 2026

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Fehlende belastbare Daten zur psychiatrischen Krisenhilfe in Thüringen
  • Widersprüchliche Zahlen zu Unterbringungskontakten im Saale-Orla-Kreis
  • Mangelnde flächendeckende 24/7-Krisenhilfe und unzureichende politische Steuerung

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Antrag zur Etablierung eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes vorbereiten
  • Hotline rund um die Uhr und regionale mobile Teams einrichten
  • Verpflichtung zur Vorlage eines Erfassungsstandards bis Mitte 2026 und quartalsweise Berichterstattung anfordern
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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