Zahl der Zwangsversteigerungen legt rasant zu

25. Dezember 2025

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Trends in Halle (Saale)

Halle (Saale) () – Die Zahl der geplanten Zwangsversteigerungen in steigt – und zwar so schnell wie seit Jahren nicht. Das zeigt eine Abfrage der aktuellen Termine deutscher Amtsgerichte durch die .

Demnach waren um Weihnachten in den gängigen amtlichen Zwangsversteigerungskalendern bundesweit mindestens rund 3.250 verschiedene Termine für die kommenden Wochen und Monate angekündigt, das sind rund 15 Prozent mehr als vor einem Jahr zur gleichen Zeit.

Im letzten Jahr hatte die Zahl der Ankündigungen von Zwangsversteigerungen zum Ende des Jahres gegenüber Ende 2023 nur um zwei Prozent zugelegt, im Jahr davor zum gleichen Zeitpunkt um elf Prozent. Damals markierte der Anstieg gleichzeitig auch eine Wende, denn bis vor drei Jahren war die Zahl der Zwangsversteigerungen über Jahre kontinuierlich gesunken.

Allein aus dem größten Bundesland NRW kündigen die Amtsgerichte derzeit 910 Zwangsversteigerungen an, das ist über ein Drittel mehr als vor einem Jahr zu gleichen Zeit, in beträgt das Plus immerhin rund zehn Prozent. Nicht mehr groß verändert ist – mit einer Ausnahme – die Lage in den Ost-Bundesländern und in , wo die Zahl der angekündigten Zwangsversteigerungen etwa auf gleichem Niveau wie im Vorjahr, oder teilweise sogar etwas gesunken ist. Nur in Mecklenburg-Vorpommern werden aktuell fast doppelt so viele Termine geplant wie vor einem Jahr.

Theoretisch kann die Zunahme von Terminankündigungen auch rein organisatorische Gründe haben, der Vergleich mit den dann tatsächlich durchgeführten Versteigerungen zeigt aber jedes Jahr eine sehr hohe Korrelation.

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Zu einer Zwangsversteigerung kommt es in der Regel, wenn Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Immobilienkredite nicht mehr tilgen können und eine einvernehmliche Einigung mit der finanzierenden Bank scheitert. Ein wichtiger Faktor sind daher die Kreditzinsen, die seit mittlerweile drei Jahren zwischen drei und vier Prozent pendeln. Das ist zwar weniger als im historischen Durchschnitt, aber deutlich mehr als im Zeitraum zwischen etwa 2012 und 2022, als zum Tiefpunkt nur noch etwa ein halbes Prozent jährlicher Zins für einen 10 Jahre laufenden Immobilienkredit fällig wurde.

Häuser und Wohnungen waren damals auch bei hohen Preisen relativ leicht finanzierbar – nun läuft bei vielen Krediten, die noch lange nicht abbezahlt sind, nach und nach die oftmals für 10 Jahre vereinbarte Zinsbindung aus und kann in der Regel nicht mehr zu denselben Konditionen verlängert werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Amtsgericht (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Zahl der geplanten Zwangsversteigerungen in Deutschland steigt um rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Über ein Drittel mehr Zwangsversteigerungen in NRW angekündigt; in Bayern plus etwa zehn Prozent.
  • In Mecklenburg-Vorpommern fast doppelt so viele Termine geplant wie vor einem Jahr.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene Zielgruppe: Haus- und Wohnungsbesitzer, die ihre Immobilienkredite nicht mehr tilgen können
  • Zunahme der Zwangsversteigerungen: bundesweit mindestens rund 3.250 Termine, plus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • Dunkelziffer bei den betroffenen Regionen: NRW mit 910 Ankündigungen (über ein Drittel mehr), Bayern plus rund 10 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern fast doppelt so viele Termine wie vor einem Jahr

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anstieg der Zwangsversteigerungen in Deutschland um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Erhöhung der Kreditzinsen zwischen drei und vier Prozent seit drei Jahren.
  • Auslaufende Zinsbindungen bei bestehenden Immobilienkrediten, die nicht zu gleichen Konditionen verlängert werden können.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Keine Angabe

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