Koalition will kritische Infrastruktur besser schützen

5. Januar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Sicherheitspolitik und Infrastruktur in Berlin

() – Nach dem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung will die schwarz-rote Koalition im Bund einen verstärkten Schutz sensibler Daten zu kritischer Infrastruktur in gesetzlich vorschreiben.

„Angesichts der grundsätzlichen Bedrohungslage besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte der SPD-Digitalpolitiker Johannes Schätzl dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). „Öffentlich frei zugängliche Informationen können ein reales Sicherheitsrisiko darstellen.“ Daher sei eine Abwägung zwischen Transparenz und Schutzinteressen erforderlich. „Ich sehe keinen sachlichen Grund, warum allgemein zugänglich sein sollte, wo genau Leitungen, Knoten oder Kabel verlaufen.“

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU). „In einem Akt politischer Naivität und Kurzsichtigkeit wurde gläserne Transparenz unserer kritischen Infrastruktur sogar allzu oft über Sicherheitsinteressen gestellt“, sagte er dem „Handelsblatt“. „Der Vorfall in Berlin zeigt in besonderem Maße, wie verwundbar wir auch in Deutschland sind und welche schrecklichen Folgen Anschläge wie dieser für die Betroffenen nach sich ziehen.“ Der Bund werde „alles dafür tun, gewalttätige Extremisten und Feinde unserer Demokratie zu bekämpfen“, versicherte Henrichmann.

Schätzl schlug vor, das parlamentarische Verfahren zum sogenannten Kritis-Dachgesetz zu nutzen, „um die Balance zwischen Transparenz und Schutzzielen auszugestalten“. Das Gesetz soll verpflichtende Vorgaben für Einrichtungen der sogenannten kritischen Infrastruktur (Kritis) schaffen, um Deutschland besser vor Sabotage, Terroranschlägen und den Folgen von Naturkatastrophen zu schützen. Henrichmann sagte: „Das Kritis-Dachgesetz kann nur der Anfang eines langen Weges hin zu gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit sein.“

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Der entsprechende Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde im November 2025 erstmals im Bundestag beraten und anschließend zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen. Im Rahmen einer Expertenanhörung wurden die vorgesehenen Transparenzpflichten bereits als problematisch kritisiert.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Aufgerissener Bürgersteig (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Gesetzlich vorgeschriebener Schutz sensibler Daten zu kritischer Infrastruktur in Deutschland
  • Abwägung zwischen Transparenz und Schutzinteressen gefordert
  • Kritis-Dachgesetz soll Verpflichtungen für kritische Infrastruktur schaffen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft kritische Infrastruktur in Deutschland
  • Zielgruppen: Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, gewalttätige Extremisten, Öffentlichkeit
  • Frist: Gesetzentwurf bereits im November 2025 im Bundestag beraten

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anschlag auf die Berliner Stromversorgung als Auslöser für verstärkten Schutz sensibler Daten
  • Notwendigkeit der Abwägung zwischen Transparenz und Sicherheitsinteressen
  • Kritik an der bisherigen Transparenzpolitik bezüglich der kritischen Infrastruktur

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Gesetzliche Vorschriften zum Schutz sensibler Daten kritischer Infrastruktur einführen
  • Kritis-Dachgesetz zur Verbesserung der Sicherheit gegen Sabotage und Terroranschläge ausarbeiten
  • Abwägung zwischen Transparenz und Schutzinteressen vornehmen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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