Studie: Wasserknappheit gefährdet deutsche Wettbewerbsfähigkeit

15. Januar 2026
Studie: Wasserknappheit gefährdet deutsche Wettbewerbsfähigkeit

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wasserkrise in Deutschland: Wirtschaftliche Folgen und Chancen

() – Mangelndes Wassermanagement könnte Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit schwächen und hohe Kosten verursachen. Eine Studie der Beratungsfirma BCG in Kooperation mit dem Umweltverband Nabu, über die der „Spiegel“ berichtet, beziffert die Belastungen auf bis zu 625 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050. Das entspricht rund 25 Milliarden Euro pro Jahr.

Einberechnet sind Versicherungsschäden durch Überflutungen oder Ernteausfälle durch Dürre. Zudem indirekte Kosten wie höhere Wasserpreise, wenn die Kosten für Entnahme und Aufbereitung steigen, oder geringere Produktivität in Unternehmen, etwa wenn bei Niedrigwasser die Frachtschifffahrt auf Flüssen eingestellt wird und Lieferketten unterbrochen werden. Daraus ergebe sich ein schleichender Kapitalverlust, der langfristig die Wettbewerbsfähigkeit mindere, so die Analyse.

verliere derzeit mehr Wasser, als seine natürlichen Systeme wieder auffüllen können - rund 60 Milliarden Kubikmeter in den vergangenen zwei Jahrzehnten, das ist mehr als das Volumen des Bodensees.

Versiegelte Böden, intensive Landwirtschaft und Planungen auf maximale Flächennutzung ließen Regenwasser zu schnell abfließen, statt es einsickern zu lassen. Der Klimawandel verstärke den Trend: unregelmäßiger Regen, häufige Hitzesommer, sinkende Grundwasserspiegel.

Wasser müsse als strategische Ressource ähnlich wie Energie und kritische Rohstoffe behandelt werden. Es dürfe nicht länger als unbegrenzte natürliche Ressource gelten, folgern BCG und Nabu. Fördermittel und Investitionen sollten gebündelt, staatliche und private Initiativen besser verzahnt werden. Verbraucher können über einen „Wassercent“ mitzahlen.

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Die Autoren plädieren auch für finanzielle Anreize, beispielsweise für Landwirte. Die Wasserspeicher ließen sich jährlich um bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter vergrößern. Durch regenerative Landwirtschaft etwa könnten der Humusgehalt und damit die Wasserspeicherfähigkeit im Boden gesteigert werden. BCG-Agrarexperte Torsten Kurth fordert einen Paradigmenwechsel: „In Deutschland herrscht noch das Denken, wir hätten genug oder sogar zu viel Wasser. Wir leben aber inzwischen von der Substanz.“ Trotz eines deutlich verringerten Wasserverbrauchs sei die Wasserbilanz negativ. „Noch können wir die Kosten senken und unsere Wasserbilanz stabilisieren oder sogar verbessern.“ Anders als bei der CO2-Bilanz zahle sich gutes Wassermanagement lokal begrenzt schnell aus.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Trockenes Feld (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Mangelndes Wassermanagement könnte bis zu 625 Milliarden Euro Kosten bis 2050 verursachen.
  • Deutschland verliert jährlich etwa 60 Milliarden Kubikmeter Wasser, mehr als das Volumen des Bodensees.
  • Wasser sollte als strategische Ressource behandelt werden, mit besseren staatlichen und privaten Initiativen für den Umgang damit.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind Unternehmen, Verbraucher und Landwirte
  • Finanzielle Belastungen könnten bis zu 625 Milliarden Euro bis 2050 betragen
  • Deutschland verliert jährlich rund 60 Milliarden Kubikmeter Wasser, was die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gefährdet

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Mangelndes Wassermanagement könnte in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.
  • Klimawandel führt zu unregelmäßigem Regen und häufigeren Hitzesommern, was die Wasserknappheit verstärkt.
  • Intensive Landwirtschaft und versiegelte Böden sorgen dafür, dass Regenwasser zu schnell abfließt.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Wasser als strategische Ressource behandeln
  • Fördermittel und Investitionen bündeln
  • Finanzielle Anreize für Landwirte schaffen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH