Litauen mahnt europäischen "Plan B" für Sicherheit an

7. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Sicherheitspolitik in Litauen: Vorsorge und Abschreckung

Vilnius () – Laut Litauens Ministerpräsidentin Inga Ruginiene betreibt ihr Land trotz aller Bündnistreue der Nato bereits Vorsorge für den Ernstfall. „Man weiß nie, was passieren kann“, sagte Ruginiene der „Welt am Sonntag“. Deshalb müsse die „absolute Top-Priorität“ darin liegen, „die EU zu stärken“.

Angesichts möglicher Veränderungen der US-Sicherheitsgarantien setzt auf Abschreckung und Eigenvorsorge. „Ich hoffe, dass wir die US-Streitkräfte in Litauen behalten werden. Wir glauben an ein starkes Nato-Bündnis“, sagte Ruginienė.

Zugleich machte sie deutlich, dass ihr Land auch alternative Szenarien mitdenkt: „Wir müssen also sehr hart daran arbeiten, dass die Nato stark bleibt. Aber wir müssen gleichzeitig hart daran arbeiten, die EU zu stärken.“ Europa müsse in der Lage sein, „Verantwortung“ zu übernehmen, falls Washington seine Rolle verändere.

Konkret bereitet sich Litauen auch auf den Fall vor, dass Bündnishilfe nicht sofort greift. „Auch wenn wir ein starkes Bündnis haben und Artikel 5 gilt, wissen wir, dass wir für eine kurze Zeit zunächst allein wären“, sagte Ruginiene mit Blick auf mögliche Angriffsszenarien. In dieser Phase müsse Litauen die Lage stabilisieren, „bis unsere Partner eintreffen“. Deshalb sei die Präsenz europäischer Truppen zentral: „Wenn jemand unser Land angreift, dann attackiert er nicht Litauen, sondern die EU.“

Ruginiene verwies auf eine Reihe hybrider Bedrohungen aus und Russland, darunter gezielte Luftraumverletzungen. „Wir registrieren unterschiedliche Angriffe. Aktuell zum Beispiel Ballons, die von Belarus aus gezielt in unseren Luftraum eindringen“, sagte sie. Dabei handle es sich um „eine Mischung aus Schmuggel, weil damit etwa Zigaretten zu uns geschickt werden, und hybridem Angriff“. Hybride Angriffe und Provokationen seien aus ihrer Sicht die größte Gefahr. „Grundsätzlich behandeln wir alle Bedrohungen aus Belarus oder Russland als Fragen der nationalen Verteidigung“, erklärte die Regierungschefin.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Inga Ruginiene (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Litauen priorisiert die Stärkung der EU und die Abschreckung vor möglichen Veränderungen der US-Sicherheitsgarantien.
  • Das Land bereitet sich darauf vor, dass Bündnishilfe nicht sofort verfügbar ist und plant, die Lage selbst zu stabilisieren.
  • Aktuell gibt es registrierte hybride Bedrohungen, einschließlich Luftraumverletzungen durch Ballons aus Weißrussland.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Litauen, EU, NATO
  • Stärkung der EU und NATO; Vorbereitungen für alternative Szenarien
  • Zeitrahmen: Vorbereitung auf kurzfristige Angriffe und hybride Bedrohungen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Litauen sieht Unsicherheiten in den US-Sicherheitsgarantien und plant eigene Vorsorgemaßnahmen.
  • Hybride Bedrohungen aus Weißrussland und Russland, wie gezielte Luftraumverletzungen und Schmuggel, werden als größte Gefahren wahrgenommen.
  • Notwendigkeit, die EU zu stärken und Verantwortung zu übernehmen, falls US-Unterstützung ausbleibt.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Litauen stärkt die eigene Verteidigungsfähigkeit und bereitet sich auf mögliche Angriffe vor.
  • Fokus auf die Stärkung der EU und der NATO ist entscheidend, um unabhängig von US-Sicherheitsgarantien zu agieren.
  • Reaktion auf hybride Bedrohungen aus Belarus und Russland wird als nationale Verteidigungsfrage betrachtet.

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