Helsing drängt auf "rein europäische" Verteidigung der Ostflanke

11. Februar 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Verteidigungspolitik in Europa: Zukunftsperspektiven

() – Grundbert Scherf, Mitgründer des Münchner Start-ups Helsing, fordert, die Nato-Ostflanke weitgehend mit europäischen Waffensystemen statt mit Waffensystemen aus den USA abzusichern. „Wir hatten wahrlich genug Weckrufe“, sagte Scherf dem „Spiegel“. „An der Ostflanke sollten wir in der Lage sein, militärisch, soweit es geht, rein europäisch zu agieren“, ergänzte der Gründer, dessen Firma unter anderem „lauernde Munition“ herstellt, sogenannte Kamikazedrohnen.

Um das Ziel zu erreichen, müsse die Politik ab sofort mehr Rüstungsgüter in Europa bestellen und an den strengen EU-Vergaberegeln „schnellstens etwas ändern“, forderte er. „Absurderweise ist es oft einfacher, ein US-Produkt zu kaufen als ein europäisches“, erklärte Scherf, der unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) von 2014 an für zwei Jahre als Sonderberater für eine effizientere Beschaffung im Wehrressort tätig war.

Für ihre Erstausstattung mit Kamikazedrohnen will die Bundeswehr unter anderem auf das aktuelle Helsing-Modell HX-2 zurückgreifen. Der Bundestag muss der Beschaffung noch zustimmen. Zu der verbreiteten Kritik an solchen KI-unterstützten Waffensystemen sagte Scherf, er nehme ethische Fragen ernst. Viele der eigenen Mitarbeiter kämen nicht aus dem Rüstungsbereich und wollten auch moralisch hinter den eigenen Produkten stehen können. „Wir bauen keine autonomen Killermaschinen“, sagte er. „Bei uns trifft keine Maschine eine Entscheidung.“

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Die KI automatisiere lediglich die Aufklärung. Soldaten müssten nicht mehr Bild für Bild auswerten, was ihnen mehr Zeit für menschliche Entscheidungen einräume, so Scherf. Die bessere Aufklärung könne präzisere Treffer liefern als menschliche Operateure, die unter Druck agieren. „Klassische Artillerie schlägt im Vergleich dazu weitgehend `blind` ein“, behauptete der Helsing-Mitgründer.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldat (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Scherf fordert europäische Waffensysteme für die Nato-Ostflanke statt US-Produkte.
  • Ab sofort mehr Rüstungsgüter in Europa bestellen und EU-Vergaberegeln ändern.
  • Bundeswehr plant Beschaffung von Kamikazedrohnen-Modell HX-2, Zustimmung des Bundestags erforderlich.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Europa, insbesondere an der Nato-Ostflanke
  • Bundeswehr, beabsichtigte Beschaffung von Kamikazedrohnen (HX-2)
  • Dringlicher Änderungsbedarf bei EU-Vergaberegeln für Rüstungsgüter

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach europäischer Rüstungskoordination zur Sicherung der Nato-Ostflanke
  • Schwierigkeiten bei der Beschaffung europäischer Waffensysteme im Vergleich zu US-Produkten
  • Fokus auf KI-gestützte Aufklärung zur Verbesserung der militärischen Effizienz ohne autonome Entscheidungen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Mehr Rüstungsgüter in Europa bestellen
  • EU-Vergaberegeln ändern
  • Bundestag muss der Beschaffung von Kamikazedrohnen zustimmen

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