Grüne warnen vor Abschwächung des Europäischen Emissionshandels

12. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: CO2-Handelssystem in der EU

() – Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, hat den Vorstoß von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), das bestehende CO2-Handelssystem in der EU zu überarbeiten und die nächsten Schritte angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage notfalls zu verschieben, zurückgewiesen.

„Das ist falsch. Unser Ziel ist, dass wir unseren Wohlstand erhalten und erneuern, aber das tun, ohne den Planeten zu zerstören“, sagte Brantner der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv am Donnerstag. „Und ich möchte, dass dafür die Technologien entwickelt und daran auch verdient, und das nicht den Chinesen überlässt.“

Es sei wichtig, dass die Planbarkeit gewahrt bleibe und Klimaschutz belohnt werde. „Es ist ein Marktmechanismus, für den Herr Merz sich übrigens immer ausgesprochen hatte“, sagte Brantner. „Und jetzt geht es darum, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, zu beschleunigen, vereinfachen und dort unsere Industrie zu schützen, wo es unfairen Wettbewerb gibt.“

Nach Ansicht der Grünen-Chefin könnte die Bundesregierung die Stromsteuer senken, die Lohnnebenkosten stabilisieren und in Innovationen investieren. „Aber die Zukunft in der Vergangenheit zu suchen, zu sagen, wir gehen nicht den Weg des Wohlstandes, der nachhaltig ist, ist doch total absurd“, sagte sie. „Die Chinesen verdienen damit sehr, sehr gutes Geld, und ich möchte, dass wir damit auch gutes Geld verdienen.“

Die beiden CO2-Emissionshandelssysteme gelten als wichtigste Klimaschutzinstrumente der EU, denn die Menge der CO2-Zertifikate begrenzt, wie viel CO2 in den jeweiligen Bereichen emittiert werden darf. Derzeit wird die Zahl der Zertifikate im Emissionshandel für die Energiewirtschaft und die Industrie (EU-ETS-1) jedes Jahr um 4,4 Prozent reduziert, sodass im Jahr 2039 die Zertifikate ausgehen. Die Zertifikate werden Unternehmen teilweise kostenlos zugeteilt. Von diesem Jahr an soll die kostenlose Zuteilung stark verringert werden.

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Die Einnahmen des CO2-Emissionshandels fließen in Deutschland in den Klima- und Transformationsfonds. Daraus werden zum Beispiel der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung von Elektromobilität, die energetische Gebäudesanierung, Wasserstoffprojekte und die Umstellung auf klimafreundliche Industrieprozesse finanziert.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Franziska Brantner (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundeskanzler Merz' Vorstoß zur Überarbeitung des CO2-Handelssystems wurde von Brantner zurückgewiesen.
  • Die Zahl der CO2-Zertifikate im EU-Emissionshandel wird jährlich um 4,4 Prozent reduziert, bis sie 2039 ausgehen.
  • Ab diesem Jahr wird die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten stark verringert.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Franziska Brantner (Co-Vorsitzende der Grünen) spricht sich gegen die Überarbeitung des CO2-Handelssystems aus
  • Zielgruppen: Unternehmen in der Energie- und Industriesektor, Regionen: EU, Deutschland; Frist: Zertifikate sollen bis 2039 ausgehen, bis 2028 verringert
  • Einnahmen aus dem CO2-Emissionshandel fließen in den Klima- und Transformationsfonds für erneuerbare Energien und Klimaschutzprojekte

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Ablehnung des Vorschlags von Friedrich Merz zur Überarbeitung des CO2-Handelssystems
  • Betonung der Notwendigkeit für Technologien und Marktmechanismen, um Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern
  • Forderung nach Senkung der Stromsteuer und Stabilisierung der Lohnnebenkosten zur Unterstützung von Innovationen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Stromsteuer senken
  • Lohnnebenkosten stabilisieren
  • In Innovationen investieren

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