Social-Media-Debatte: CCC kritisiert Altersverifikationssysteme
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaft: Debatte um Social-Media-Nutzung in Hamburg
Hamburg () – In der Debatte um Social-Media-Verbote für Minderjährige hat sich der Chaos Computer Club gegen eine Altersgrenze für die Nutzung von Online-Netzwerken ausgesprochen. „Der CCC lehnt ein Social-Media-Verbot grundsätzlich ab“, sagte Elina Eickstädt, Sprecherin und Expertin für europäische Digitalpolitik, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgabe).
„Eine Altersgrenze schließt Jugendliche von einem Raum aus, in dem sie sich politisieren und überhaupt die Möglichkeit haben, einen politischen Impact zu haben“, sagte sie. Auch würde ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ein „falsches Sicherheitsgefühl“ schaffen, während die Wurzel des Problems – die toxischen Geschäftsmodelle großer Plattformen – unangetastet bliebe.
Zudem kritisiert Eickstädt die Zentralisierung durch Altersverifikationssysteme wie das EUDI-Wallet. Dass es eine zentrale Stelle brauche, um eine Person freizugeben, widerspreche der dezentralen Idee des Internets und sei auch der Grund, weswegen Internet-Shutdowns überhaupt möglich seien. „Je zentralisierter, desto leichter ist es für Regime, das Internet abzuschalten“, sagte Eickstädt. „Die EUDI-Wallet ist kein Allheilmittel, das alle Probleme löst.“
Die SPD hatte die EUDI-Wallet kürzlich in ihrem Impulspapier als Altersverifikationssystem für Soziale Netzwerke vorgeschlagen. Es handelt sich dabei um einen digitalen Identitätsnachweis, in dem offizielle Dokumente wie Personalausweis, Führerschein, Krankenkassenkarte, aber auch Ausbildungszeugnisse gespeichert werden können. Es wurde von der Europäischen Union initiiert, wird von den jeweiligen Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt und soll ab 2027 verfügbar sein.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Junge Frauen mit Smartphone (Archiv) |
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