Bayaz mahnt bessere Behörden-Kooperation bei Finanzkriminalität an
Baden-Württemberg - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik Baden-Württemberg: Aufklärung der Cum-Ex-Geschäfte
Stuttgart () – Der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) fordert als Konsequenz aus den kriminellen Cum-Ex-Geschäften eine bessere Vernetzung der Behörden.
Der Grünen-Politiker sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Erstens brauchen wir eine schlagkräftige Aufsicht und eine adäquate Ausstattung. Das gilt für die gesamte Steuer- und Finanzverwaltung im Bund und in den Ländern und für die Finanzaufsicht. Wir brauchen eine Kultur, die Aufarbeitung auch wirklich zu wollen. Zweitens brauchen wir die technologische Ausstattung, um die Nadel im digitalen Heuhaufen zu finden.“
Er würde dabei nicht alles rein auf die quantitative Ausstattung abstellen, sondern vor allem auf die qualitativen Fähigkeiten der Mitarbeiter und die Kommunikation der Behörden untereinander.
„Am Ende geht es nicht darum, neue Behörden zu gründen, sondern die Strukturen, die wir haben, besser zu vernetzen, die Silos zu überwinden.“ Eine Konsequenz aus den Vorgängen müsse sicherlich sein, dass die Fäden frühzeitiger zusammengebracht würden, gerade auch international – und man so wirklich schneller zu Ergebnissen komme.
Im Zusammenhang mit dem Cum-Ex-Steuerskandal hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart im vergangenen Sommer Anklage gegen zwei frühere Mitarbeiter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erhoben.
Die Männer sollen 2008 illegale Aktientransaktionen durchgeführt haben, die dem Staat einen Steuerschaden von rund 145 Millionen Euro verursacht haben sollen. Über eine Zulassung der Anklage ist noch nicht entschieden.
Zum konkreten Sachverhalt äußerte sich Bayaz nicht. „Auf Ebene der Steuerverwaltung gab es immer einen intensiven und offenen Austausch aller Bundesländer, auch mit Baden-Württemberg.“
Ich habe grundsätzlich den Eindruck, dass alle Involvierten ein großes Interesse an der Aufarbeitung hätten – allein schon aus Eigeninteresse. „Für die Finanzverwaltung kann ich sagen: Wo es Kritik gab, sind wir dem nachgegangen. Aber natürlich haben auch wir unsere Lehren daraus gezogen. Wir müssen verhindern, dass so etwas in Zukunft wieder vorkommt, und wir müssen bei der Aufarbeitung krimineller Sachverhalte schneller werden.“
Bayaz sieht Italien in manchen Fällen bei der Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkriminalität weiter als Deutschland.
„Die italienischen Kollegen sagen mir, eine Bargeldobergrenze erschwert Geldwäsche und macht es den Behörden einfacher, Kriminellen das Handwerk zu legen.“ Für geschäftliche Transaktionen gilt ab Mitte 2027 EU-weit eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro.
„Das ist ein wichtiger Fortschritt.“ Für private Transaktionen sei eine solche Bargeldobergrenze noch nicht geplant.
„Eine EU-weite Lösung in einer ähnlichen Größenordnung wäre auch hier denkbar.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Skyline von Frankfurt am Main |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Danyal Bayaz fordert bessere Vernetzung der Behörden zur Aufarbeitung der Cum-Ex-Geschäfte.
- Anklage gegen zwei frühere LBBW-Mitarbeiter wegen illegale Aktientransaktionen mit 145 Millionen Euro Steuerschaden.
- Ab Mitte 2027 gilt EU-weit eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro für geschäftliche Transaktionen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind Behörden der Steuer- und Finanzverwaltung in Deutschland.
- Steuerschaden von rund 145 Millionen Euro durch illegale Transaktionen im Jahr 2008.
- EU-weit ab Mitte 2027 Bargeldobergrenze von 10.000 Euro für geschäftliche Transaktionen.
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Forderung nach besserer Vernetzung der Behörden zur Bekämpfung von Cum-Ex-Geschäften
- Notwendigkeit einer qualitativen Verbesserung der Mitarbeiterfähigkeiten und der Kommunikation zwischen den Behörden
- Anklage gegen frühere Mitarbeiter der LBBW wegen illegale Aktientransaktionen, die zu einem hohen Steuerschaden geführt haben
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Verbesserung der Vernetzung der Behörden und Aufsicht stärken
- Technologische Ausstattung zur besseren Aufdeckung von Risiken erhöhen
- Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit und schnellere Ergebnisse anstreben
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
- Tausende Häftlinge vorzeitig aus Gefängnis entlassen - 20. März 2026
- Lehrerverband sieht Verbot von Messengerdiensten kritisch - 20. März 2026
- Merz will KI-Verordnung komplett auf den Prüfstand stellen - 20. März 2026

